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Belarus: Ahmeds Traum von Europa

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Von Alexei Doval
Lager in Belarus
Lager in Belarus   -   Copyright  France 24

Der Winter ist da, an der polnisch-belarussischen Grenze. Ein belarussischer Grenzschutzbeamter macht Schneebälle für Migrantenkinder. Schnee haben die meisten noch nie gesehen.

In der Türkei haben wir in der Ebene gewohnt. Es gibt Gegenden in der Türkei, an denen es schneit, aber wo wir lebten eben nicht. Aber dieser Schnee ist der Grund, warum ich keinen weiteren Versuch mache, die Grenze zu überqueren, der Weg ist nicht geöffnet. Wir waren schon da und sie haben uns nicht durchgelassen.
Ahmed
Syrischer Migrant

Ahmeds Frau ist krank ist, er will so wenig Zeit wie möglich draußen verbringen. Wer seine Essensrationen hat, will zurück in die Wärme: Seht euch das an, sagt Ahmed, dafür haben wir zwei Stunden lang wartet. Nach Syrien kann Ahmed mit seiner Familie können nicht zurück: Seit ihrer Flucht aus Syrien vor neun Jahren lebten sie illegal in der Türkei. Andere Syrer in der Türkei berichteten ihnen von dieser neuen Route nach Europa, Ahmed beschloss, es zu versuchen.

Sie sagten uns, die Reise sei einfach, man müsse es nur an die Grenze schaffen, die EU wird dich willkommen heißen und dich wie einen Menschen behandeln. Vor allem, weil ich mit meiner Familie unterwegs bin. Es war das komplette Gegenteil. Hätten wir gewusst, was auf uns zukommt, die ganze Situation, die Kälte, die Krankheiten, die Situation an der Grenze, das Tränengas, wir hätten es nicht versucht.
Ahmed
Syrischer Migrant

Das harte Durchgreifen der polnischen Streitkräfte, das Tränengas hat die Bevölkerung schockiert.

An der polnischen Grenze wird Pfefferspray gegen ein Kind eingesetzt. Der Irak ist ein schlimmes Land, wegen des Krieges, wegen allem. Wirtschaft, alles. Aber nie wurde Pfefferspray gegen Kinder eingesetzt.
Raji
Kurdischer Migrant aus dem Irak

Rund 1700 Menschen sind im Lager untergebracht. Die meisten sind an der Einreise nach Polen gescheitert, trotz mehrfacher Versuche. Frustriert sind viele, wie sie sich als Opfer eines geopolitischen Spiels sehen. Dankbar sind sie dafür, wenigstens nicht im Wald schlafen müssen.