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"Für die Meinungsfreiheit" - Friedensnobelpreis an zwei Journalisten

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Von su  mit dpa
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"Für die Meinungsfreiheit" - Friedensnobelpreis an zwei Journalisten
Copyright  Alexander Zemlianichenko/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

«Maria Ressa und Dmitri Muratow sind Teilnehmer in einem Krieg,“ sagte die Vorsitzende Norwegischen Nobelkomitee, das den Friedensnobelpreis vergibt, Berit Reiss-Andersen. In diesem Krieg sei das geschriebene Wort die Waffe, die Wahrheit das Ziel und jede Aufdeckung von Machtmissbrauch ein Sieg. Die 58-Jährige von den Philippinen, Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals „Rappler“ und der 60 Jahre alte Russe, Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", nahmen den renommiertesten politischen Preis weltweit auf einer Zeremonie im Rathaus von Oslo entgegen, «für ihre Bemühungen um die Wahrung der Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden ist».

**"JOURNALISTEN SCHÜTZEN" **

Die Geehrten richteten eindringliche Appelle an die Welt, Journalisten besser zu schützen und gemeinsam für die Pressefreiheit einzustehen. Sie erinnerten an zahlreiche Kollegen, die in verschiedenen Teilen der Welt wegen ihrer Arbeit verfolgt und inhaftiert werden oder gar umkamen.

Dmitri Muratow, "Nowaja Gaseta": 

"Da Regierungen ständig die Vergangenheit schönreden, versuchen Journalisten, die Zukunft zu verbessern. Diese Auszeichnung gilt also dem echten Journalismus. Diese Auszeichnung geht an meine Kollegen von "Nowaja Gaseta"

- Igor Domnikov
- Yuri Shchekotschikhin
- Anna Politkovskaya
- Anastasija Baburova
- Stas Markelov und
- Natasha Estemirova -

die ihr Leben verloren haben. Diese Auszeichnung gilt auch den lebenden Kollegen, der Berufsgemeinschaft, die ihre berufliche Pflicht erfüllt."

Online-Gewalt ist Gewalt in der echten Welt
Maria Ressa
Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals „Rappler“

Preisträgerin Ressa kritisierte nicht nur das Vorgehen der philippinischen Regierung von Präsident Rodrigo Duterte, sondern auch das von Internetkonzernen wie Facebook. Und warf ihnen vor, mit der Verbreitung von Lügen und Hass Profit zu machen. «Was in den sozialen Medien passiert, bleibt nicht in den sozialen Medien. Online-Gewalt ist Gewalt in der echten Welt», sagte sie.

Auf Muratovs Anregung gab es eine Schweigeminute zu Ehren der getöteten Journalisten.

ZEREMONIE GRÖSSTENTEILS VIRTUELL

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980.000 Euro) pro Kategorie. Ihre Träger in den Kategorien Medizin/Physiologie, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften waren bereits im Oktober bekanntgegeben worden. Die Träger des Friedensnobelpreises waren pandemiebedingt die einzigen der diesjährigen Nobelpreisträger, die ihre Auszeichnungen persönlich in Skandinavien in Empfang nehmen konnten.

In „normalen“ Jahren werden die Nobelpreise mit Ausnahme des in Oslo vergebenen Friedensnobelpreises alle am 10. Dezember, dem als Nobeltag bezeichneten Todestag des schwedischen Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896), in Stockholm überreicht.Die Nobelstiftung hatte wegen der Pandemie aber frühzeitig entschieden, die sonst in Stockholm vergebenen Nobelpreise vorab in der jeweiligen Heimat der Geehrten zu überreichen.

Die weiteren elf Preisträger - darunter die beiden deutschen Forscher Klaus Hasselmann in Physik und Benjamin List in Chemie - hatten ihregoldenen Nobelmedaillen und die dazugehörigen Diplome schon einige Tage zuvor in ihren Heimatländern erhalten. Zu ihren Ehren gab es eine weitere Preiszeremonie in Stockholm, auf der ihre Errungenschaften von den Nobel-Institutionen vor einem lokalen Publikum gewürdigt wurden. Das Ganze wurde mit Aufnahmen von den vorzeitigen Preisübergaben verwoben. 

su mit dpa