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"Endlich positiv": Niederländischer Impfskeptiker Robin Fransman stirbt an Covid-19

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Von Euronews  mit dpa
Personal auf einer Covid-19-Station in Belgien, 06.11.2020
Personal auf einer Covid-19-Station in Belgien, 06.11.2020   -   Copyright  Francisco Seco/Copyright 2020 The Associated Press.All rights reserved

Robin Fransman, bekannt für seine Kritik an der niederländischen Coronavirus-Politik und ein ausgesprochener Impfskeptiker, ist an Covid-19 gestorben.

Bereits am 3. Dezember hatte der 53-Jährige auf Twitter mitgeteilt, dass er positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Am 28. Dezember hat er in einem Krankenhaus in Amsterdam den Kampf gegen die Krankheit verloren.

Der Ökonom hatte sich im April 2020 erstmal öffentlich in einem Beitrag für die Zeitschrift ESB zu den Corona-Maßnahmen seines Landes geäußert. In dem Artikel hatte er die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Maßnahmen analysiert und eine bessere Kosten-Nutzen-Analyse des Lockdowns gefordert. Dafür hatte er eigens ein Maß eingeführt, das die durch die Krankheit verursachte Belastung mit berücksichtigen sollte.

Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden seine Ansichten zur Corona-Politik in den Niederlanden immer radikaler. So verbreitete er mehrmals Verschwörungstheorien, die sich auf Covid-19 bezogen, über die sozialen Netzwerke. Außerdem zweifelte er die Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe an und gab am 28. November bekannt, dass er sich selbst nicht impfen lassen würde. Für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf hätten, sei es allerdings in Ordnung, sich impfen zu lassen, schrieb Fransman in einem Tweet.

Seine Infektion wurde fünf Tage später diagnostiziert, etwas, das er mit "Corona positiv. Es wurde auch mal Zeit" auf Twitter kommentierte.

Fransman hatte auch die umstrittene Organisation "Herstel-NL" gegründet, die sich für Alternativen zu den von der Regierung verhängten Lockdowns stark macht. Die Initiative, deren Namen auf deutsch ungefähr mit "Erholung-Niederlande" übersetzt werden kann, hatte die Idee, spezielle, Corona-sichere Inseln zu schaffen. Dort sollten sich Risikopatient:innen bevorzugt aufhalten. Für alle anderen sollte ein normales Leben wieder möglich sein. Kritisiert wurde der Plan vor allem, weil er die Gesellschaft in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft spalten würde.

Der Gesundheitsminister der Niederlande, Hugo de Jonge, hatte die Pläne der Gruppe als "lebensgefährlich" zurückgewiesen.

Als Reaktion auf Fransmans Tweet über seinen Coronavirus-Status äußerte sich eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens auf Twitter zu seinem Tod. "Wie unendlich traurig und unnötig. Viel Kraft für die Hinterbliebenen", schrieb sie.

Weitere Quellen • NL Times