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"Novaks größter Sieg": Djokovic darf ungeimpft nach Australien, aber kann er auch bleiben?

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Von Euronews  mit dpa, AP
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"Novaks größter Sieg": Djokovic darf ungeimpft nach Australien, aber kann er auch bleiben?
Copyright  Bernat Armangue/AP

Ein Gericht in Melbourne hat dem Einspruch von Tennisprofi Djokovic gegen die verweigerte Einreise nach Australien stattgegeben.

Der verantwortliche Richter Anthony Kelly erklärte in seiner Begründung, die Entscheidung des Grenzbeamten, sein Visum zu annullieren, sei unverhältnismäßig.

Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar.

"Novaks größter Sieg"

Die Familie von Novak Djokovic hielt in Belgrad eine Pressekonferenz und dankte dem australischen Staat für die "faire Behandlung" von Novak. Sie seien schon so viele male nach Australien gereist, wo auch viele serbischstämmige Menschen leben, und es sei ein wundervolles Land, so der Bruder von Djokovic.

Sowohl die Mutter als auch der Onkel des Tennis-Stars sprachen von einem "Sieg". Allerdings schwang auch die Möglichkeit mit, dass das Visum noch von der Regierung Australiens annulliert wird.

Nach Angaben des Bruders von Djokovic gingen die Anwälte nun alle Optionen durch, um Novak den Aufenthalt in Australien und die Teilnahme an den Australian Open zu ermöglichen.

Hunderte Fans kamen nach dem Gerichtsentscheid zum Gebäude, in dem Djokovics Anwalt sein Büro hat, und riefen "Free Novak". Sie sagen und tanzten serbische Volkstänze.

Proteste enden in Chaos

Als ein Fahrzeug aus der Tiefgarage fahren wollte, blockierten Demonstranten den Weg. Die Polizei setzte schließlich Tränengas ein, um den Auto die Durchfahrt zu ermöglichen. Ob Novak Djokovic in dem Fahrzeug saß, war nicht klar.

Die Regierung hatte bereits vor der Verhandlung angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreiseverweigerung weitere Schritte, um Djokovic weiter das Visum zu verweigern. Das bestätigte der Regierungsanwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung.

Djokovic gelang damit im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne ein erster wichtiger Sieg. Ob er seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber wirklich verteidigen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zunächst einmal darf Djokovic aber das Abschiebehotel, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte, verlassen und bekommt seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie der Richter Anthony Kelly anordnete.

Dem 34-Jährigen war am vergangenen Mittwochabend die Einreise nach Melbourne verweigert worden. Der Serbe konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen, um auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen.

Seitdem hielt er sich in einem Hotel für Ausreisepflichtige auf. Er durfte dies jedoch für die Gerichtsverhandlung zu seinem Einspruch verlassen, wie australische Medien berichten.

Dies habe Richter Kelly am Montag entschieden. Er sei für die Dauer der Anhörung am Montag und alle möglichen folgenden an einen Ort zu bringen, der von seinen Anwälten ausgesucht werde.

Das Verfahren läuft über eine Videokonferenz, die beteiligten Anwälte und der Richter befinden sich nicht in einem Raum. Technische Schwierigkeiten hatten für eine Verzögerung im Ablauf gesorgt, der Livestream zur Verhandlung war mehrfach lange unterbrochen.

Djokovic kämpft dafür, in Australien bleiben und seinen Titel bei den Australian Open verteidigen zu dürfen. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am 17. Januar.