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Bericht des Weltklimarats: Milliarden Menschen von Auswirkungen des Klimawandels betroffen

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Von Euronews
Eine Frau mit ihrem Hund in einem Zelt in der Milwaukie-Portland Elks Lodge, in Oak Grove, Oregon, USA, 13.09.2020
Eine Frau mit ihrem Hund in einem Zelt in der Milwaukie-Portland Elks Lodge, in Oak Grove, Oregon, USA, 13.09.2020   -   Copyright  John Locher/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Das Zeitfenster, in dem die Weltgemeinschaft wirkungsvolle Klimaschutz-Maßnahmen ergreifen kann, schrumpft. Die Konsequenzen des Klimawandels werden keinen Teil der Welt verschonen. Extremwetter-Ereignisse werden auf allen Kontinenten auftreten, mahnt der zweite Teil des IPCC-Berichts, der an diesem Montag in Genf vorgestellt wurde und sich mit Folgen der Erderwärmung für Menschen, Ökosysteme beschäftigt hat.

"Weltweit führt der Klimawandel zunehmend zu Verwundbarkeiten, Krankheiten, Unterernährung, Bedrohung der körperlichen und geistigen Gesundheit, des Wohlbefindens und sogar zu Todesfällen", schreiben die Autor:innen in der Zusammenfassung des Berichtes. So seien bis zu 3,6 Milliarden Menschen besonders verwundbar. Sie leben zudem in Regionen, die besonders von den Konsequenzen des Klimawandels betroffen sind. Dazu zählen neben West- und Zentralafrika auch Regionen in Südamerika und Asien, Europa und Nordamerika.

Der Bericht sei eine eindringliche Warnung vor den Folgen der Untätigkeit, sagte Hoesung Lee, Vorsitzender des Weltklimarats. Er zeige, dass der Klimawandel eine ernste und wachsende Bedrohung für unser Wohlergehen und einen gesunden Planeten darstelle. Unser heutiges Handeln werde bestimmen, wie sich die Menschen anpassen und wie die Natur auf die zunehmenden Klimarisiken reagiere.

Debra Roberts, Ko-Vorsitzende der Zwischenstaatlichen Expertengruppe für den Klimawandel erklärte:

"Diese potenziell irreversiblen Veränderungen in den Ökosystemen untergraben die Lebensgrundlagen der Menschen und stellen eine existenzielle Bedrohung dar. Nicht nur für die Natur, sondern für die Menschen, die von der Natur abhängen, und das bringt uns zu der eigentlichen Erkenntnis, dass beide zusammengehören und Hand in Hand gehen müssen."

Der Bericht bestätigt, dass Extremwetterereignisse mit Hitze, Bränden, Überschwemmungen und Dürren zur neuen Normalität werden. Einige der Folgen des Klimawandels werden "potenziell irreversibel" sein, sollte die vom Menschen verursachte globale Erwärmung nicht auf ein paar Zehntel Grad begrenzt werden.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, bezeichnete den Bericht als einen "Atlas des menschlichen Leids und eine vernichtende Anklage gegen das Versagen der Klimapolitik".

Er warnte auch, dass "unsere anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Weltwirtschaft und die Energiesicherheit anfällig für geopolitische Schocks und Krisen macht" - eine versteckte Anspielung auf die jüngsten Ereignisse in der Ukraine-Krise.

Der zweite Teil des aktuellen Weltklimaberichts wurde am Sonntagmorgen verabschiedet und an diesem Montag veröffentlicht. Hunderte von Forscher:innen aus 67 Ländern haben dafür vier Jahre lang hunderte von Studien und Datensätzen ausgewertet. Die endgültige Version der "Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger" mussten am Wochenende von Regierungsvertreter:innen abgesegnet werden.

Auch für die Politik dürfte der Bericht von Interesse sein. Denn es geht um konkrete Zahlen, die genannt werden, um die Länder von Extremwetter-Ereignissen besser zu schützen - etwa beim Küsten- und Hochwasserschutz oder der Umrüstung von Häusern gegen extreme Temperaturen. Das Fazit: Nichts tun wird teurer und schmerzhafter.