Krieg in der Ukraine: Kämpfe dauern an - Friedensgespräche zunächst ohne Ergebnis

Kiewerin bei Luftalarm
Kiewerin bei Luftalarm Copyright Emilio Morenatti/ Associated Press
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Hauptziele der russischen Angriffe sind Kiew und Charkiw. Die Verhandlungen brachten keinen Durchbruch, sollen aber weiter gehen.

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Nach der russischen Invasion in der Ukraine dauern die Kämpfe an. Hauptangriffspunkte der russischen Streitkräfte waren weiter die Gegenden um Kiew und die Metropole Charkiw, die zweitgrößte Stadt des Landes. Auch in Charkiw wurden am Abend von der Nachrichtenagentur Unian mindestens drei Einschläge gemeldet. Ukrainischen Behörden zufolge wurden mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Auch in anderen Gebietshauptstädten wurde Luftalarm ausgelöst. Bilder des ukrainischen Katastrophenschutzes sollen Angriffe auf einen Supermarkt, einen Kindergarten und einen Wohnblock in Tschernihiw im Norden des Landes zeigen.

Schlangen vor Supermärkten in Kiew: "Hier gibt es nichts mehr"

In Kiew bildeten sich vor den Supermärkten lange Schlangen von Menschen, die sich nach dem Ende der Ausgangssperre mit dem Nötigsten versorgen wollen. "Hier gibt es nichts mehr", so ein Kiewer. "Wir haben es in einen Supermarkt geschafft, es gab kein Brot, keine Milch und keine Eier, nur Wasser und Süßigkeiten."

Russlands Truppen stellen nach Darstellung Moskaus keine Bedrohung für Zivilist:innen dar. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte bei einer Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung in New York: "Wir beschießen keine zivilen Gebiete und Stadtteile."

Die US-Regierung hat Hinweise, dass Russland möglicherweise die Söldnerfirma Wagner "an einigen Stellen" beim Angriff einsetze, sagte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtete, dass seit Kriegsbeginn mehr als 500.000 Menschen in benachbarte Länder geflüchtet seien.

Friedensgespräche sollen fortgesetzt werden

Unterdessen haben die Gespräche in Belarus zwischen Russland und der Ukraine kein konkretes Ergebnis gebracht. Man habe sich darauf geeinigt, den Verhandlungsprozess fortzusetzen, so der Leiter der russischen Delegation. Das nächste Treffen solle in den kommenden Tagen an der polnisch-belarussischen Grenze stattfinden.

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte den russischen Präsidenten bei einem Telefonat dazu auf, Angriffe auf ZivilistInnen einzustellen. Wladimir Putin wiederum verlangte die Anerkennung der 2014 annektierten Halbinsel Krim als russisches Territorium.

Die ukrainische Regierung drängte erneut auf eine rasche Aufnahme ihres Landes in die EU, dies sei mehr als verdient. Die EU-Kommissionspräsidentin hatte sich am Sonntag generell dafür ausgesprochen.

Nach langem Zögern hat die Regierung der Schweiz nun beschlossen, die Brüsseler Sanktionen gegen Russland zu übernehmen. Damit seien die Vermögen aller Unternehmen und Personen, die auf der EU-Sanktionsliste stehen ab sofort gesperrt.

Russland auch im Sport isoliert

Und auch im Sport wird Russland zunehmend isoliert. Das Internationale Olympische Komitee empfahl Sportverbänden und Organisatoren, russische und belarussische AthletInnen auszuschließen. Fifa und Uefa sperrten Russland für Wettbewerbe.

In New York begann eine Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung zum Krieg in der Ukraine mit einer Schweigeminute. Das Treffen soll mehrere Tage dauern und mit einer Abstimmung über eine gegen Russland gerichtete Resolution enden, die vor allem symbolische Bedeutung hat.

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