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Neue Covid-19-Rekord-Inzidenzen - Studie mit Tipp bei Long Covid

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Von Euronews  mit RKI, Ärzteblatt
Studierende mit Corona-Schutzmasken - ARCHIV
Studierende mit Corona-Schutzmasken - ARCHIV   -   Copyright  Rolf Vennenbernd/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut auf den neuen Höchststand von 1.496 pro 100.000 Menschen gestiegen. In Österreich liegt sie derzeit bei über 3.000, in der Schweiz bei über 2.000.

Virologinnen und andere Mediziner warnen vor dem Wegfall aller Schutzmaßnahmen. So erklärt der Experte Klaus Bergthaler laut KURIER in Club 3, dass das Tragen von Masken in allen Innenräumen weiterhin sinnvoll ist.

Je mehr Menschen sich mit dem Coronavirus anstecken, desto mehr sind von Long Covid betroffen. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag auf einer Pressekonferenz erklärten, droht derzeit kaum eine Überlastung der Intensivstationen der Krankenhäuser, aber die Normalstationen seien immer stärker beansprucht.

Mehr Infektionen - mehr Long Covid: Frauen stärker betroffen

Nach Erkenntnissen des Robert Koch-Institut in Berlin sind etwa 2 bis 20 Prozent aller Menschen in Deutschland, die eine Corona-Infektion mit mildem Verlauf hatten, noch nach zwölf Wochen von Symptomen betroffen. Bis zu 76 Prozent der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus waren, haben auch sechs Monate nach ihrer Entlassung noch Symptome.

Wie das Ärzteblatt nach Analyse mehrerer Studien zusammenfasst - gehören zu den Risikofaktoren für Long Covid das weibliche Geschlecht, eine Prädisposition für Autoimmunität, eine adipös-diabetische Stoffwechsellage und psychiatrisch-neurologische Vorerkrankungen. Also leiden mehr Frauen, mehr Menschen mit Autoimmun-Krankheiten sowie von Übergewicht und Diabetes Betroffene an Langzeit-Folgen nach einer Corona-Infektion.

Die verbreitesten Symptome von Long Covid sind laut Ärzteblatt Angst und Depressivität, Fatigue (Müdigkeit), kognitive Defizite ("brain fog"), Schlafstörungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen.

Weiterhin gestaltet sich die Behandlung von Long Covid schwierig. Doch eine Studie des Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge in den USA geht davon aus, dass schon 30 Minuten leichtes Training täglich helfen können.

Wenn Sie nur einmal am Tag 15 Minuten gehen können, tun Sie das. Das Wichtigste ist, dass Sie es versuchen.
Dr. Candida Rebello
Pennington Biomedical Research Center

Das Team von Candida J. Rebello schreibt: "Wir stellen die Hypothese auf, dass körperliche Betätigung den neuropsychiatrischen und endokrinen Folgen von Long Covid entgegenwirkt, indem sie die Freisetzung von zirkulierenden Faktoren bewirkt, die eine entzündungshemmende Reaktion vermitteln, die Homöostase des Gehirns unterstützen und die Insulinempfindlichkeit erhöhen."

"Wir wissen, dass körperliche Aktivität eine Schlüsselkomponente für ein gesundes Leben ist. Die Studie zeigt, dass Bewegung die Kettenreaktion der Entzündung unterbrechen kann, die zu hohen Blutzuckerwerten und dann zur Entwicklung oder zum Fortschreiten von Typ-2-Diabetes führt", erklärt Dr. John Kirwan, Geschäftsführer von Pennington Biomedical, ein Mitautor der Veröffentlichung.

Und Dr. Rebello versucht den LongCovid-Patientinnen und -Patienten Mut zu machen. Sie sagt im Gespräch mit The Hill: "Wenn Sie nur einmal am Tag 15 Minuten gehen können, tun Sie das. Das Wichtigste ist, dass Sie es versuchen. Es spielt keine Rolle, wo Sie anfangen. Sie können sich allmählich an das empfohlene Maß an Bewegung herantasten", so Rebello.