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Macron oder Le Pen? 5 Fragen zur Entscheidungs-Wahl in Frankreich

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Von Héloise Urvoy
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Wahlplakate vor der 2. Runde in Frankreich - in Bayonne
Wahlplakate vor der 2. Runde in Frankreich - in Bayonne   -   Copyright  Bob Edme/Copyright 2022The Associated Press. All rights reserved

Die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist in weniger als 10 Tagen, den Umfragen zufolge bleibt der Amtsinhaber Emmanuel Macron Favorit vor Marine Le Pen.

Kann Marine Le Pen noch gewinnen?

Aber wegen der Fehlermargen der Meinungsforscher und bei noch einer Woche Wahlkampf ist es dennoch vorstellbar, dass Marine Le Pen Präsidentin wird.

Es kommt darauf an, für wen diejenigen, die im ersten Wahlgang nicht für Le Pen gestimmt haben, im zweiten Wahlgang abstimmen.

Was sagen die ausgeschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten?

Die ausgeschiedenen Kandidaten der ersten Runde haben bereits Empfehlungen für die zweite Runde gegeben.

Rechtsaußen Eric Zemmour ist für Marine Le Pen, während die traditionelle Linke, die traditionelle Rechte und die Grünen Macron unterstützen. So haben sich der Grüne Yannick Jadot, die Konservative Valérie Pécresse und die Sozialistin Anne Hidalgo für den aktuellen Präsidenten ausgesprochen. Auch Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat eine Wahlempfehlung für Macron ausgeben - er hatte vor der ersten Runde die Kandidatin der eigenen Partei, Valérie Pécresse, nicht öffentlich unterstützt.

Diejenigen, die bereits in der ersten Runde für Le Pen und Macron gestimmt haben, werden sie wohl auch in der zweiten Runde wählen.

Wer profitiert von niedriger Wahlbeteiligung?

In der ersten Runde haben viele nicht gewählt, nämlich mehr als jeder vierte in Frankreich, und diese Quote dürfte im zweiten Wahlgang noch höher sein.

Wer wird davon profitieren? Das ist unklar.

Viele junge Leute wohnen nicht mehr dort, wo sie in die Wahllisten eingetragen sind. Es gibt keine Briefwahl in Frankreich, sondern nur ein "vote par procuration". Das bedeutet, dass eine andere Wählerin oder ein anderer Wähler die Stimme für eine andere Person abgeben darf. Allerdings muss derjenige, der seine Stimme jemandem übergeben will, sich auf einer Polizeiwache dafür anmelden. Das Verfahren erscheint vielen zu kompliziert.

Junge Leute würden auch gerne online wählen oder zumindest am Ort ihrer Wahl, aber das ist derzeit in Frankreich nicht möglich.

Was wollen die Wählerinnen und Wähler von Jean-Luc Mélenchon?

Alle Augen sind jetzt auf Jean-Luc Mélenchon gerichtet, den Kandidaten des linken Flügels, der mit einem beachtlichen Ergebnis den dritten Platz erreicht hat.

Mélenchon hat bereits gesagt, dass im zweiten Wahlgang keine einzige Stimme an die extreme Rechte gehen soll. Das heißt aber nicht, dass er seine Wähler dazu aufruft, für Macron zu stimmen.

Er hat sogar eine Online-Umfrage gestartet, in der er seine Fans fragt, wie die offizielle Position der Partei für die zweite Runde aussehen soll.

Die Mélenchon-Wählerinnen und -Wähler sind eher jung und für die Meinungsforscher nur schwer zu erfassen.

Tatsächlich wussten sie bis zur letzten Minute der ersten Runde nicht, dass sie sich in Bezug auf Mélenchons Ergebnis geirrt hatten.

Wie wollen Macron und Le Pen die Mélenchon-Anhängerinnen und -Anhänger überzeugen?

Nun richtet sich die große Aufmerksamkeit auf die Mélenchon-Wähler, auch Emmanuel Macron hat sie im Visier.

Der Mitte-Rechts-Kandidat versucht, weniger wirtschaftsliberal und sozial fortschrittlicher zu erscheinen, so wie es die Mélenchon-Wähler von ihm erwarten.

Dasselbe gilt für Marine Le Pen. Sie verstärkt ihre populistische und elitenfeindliche Rhetorik, um sich die Mélenchon-Wähler auf ihre Seite zu holen. Bleibt abzuwarten, wie sich dies in der zweiten Runde am 24. April auswirkt.