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Brot für die Welt aus der Ukraine: Ackern trotz Minen und Blindgängern

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Von su  mit AP, dpa
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Eine weltweit wachsende Nahrungsmittelkrise wird durch die Unfähigkeit der Ukraine verschärft, wegen des Krieges Millionen Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte zu exportieren.

Das Land ist einer der weltweit größten Exporteure von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl, aber der Krieg und eine russische Blockade der Häfen haben einen Großteil der Lieferungen gestoppt - das gefährdet die Welternährung. Viele Häfen sind offenbar stark vermint.

Dazu kommt: Jetzt oder nie muss die Ernte von 2022 ausgesät werden. Und Bauern in der Ukraine („AP“: Kees Huizinga, Bauer in der Zentral-Ukraine) schätzen, dass 30 % des Ackerlandes dieses Jahr ausfallen könnten. Mangel an Dünger und Treibstoff kämen dazu. 

Mikhaylo Perushenko, Farmangestellter in der Nähe von Charkiw:

„Die Lage ist jetzt die, dass wir keine Landmaschinen haben. Wir haben Land zurückbekommen, nicht vermint, wo wir arbeiten können, aber nicht die Maschinen - die wurden größtenteils zerstört, die Hauptausrüstung ist voll zerstört.“ 

Aleksandr Bezuhliy, Traktorfahrer aus derselben Gegend über die Aussaat von Sonnenblumenkernen in Kriegszeiten:

"Der Beschuss hat viele Löcher hinterlassen, das ganze Ackerland ist voller Löcher. Beschossen werden wir hier im Moment nicht. Aber andere Felder sind unter Beschuss und Blindgänger liegen herum. Wir fahren an ihnen vorbei und säen weiter. Was können wir machen?“

HAFENBLOCKADE

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatten laut Bundesregierung  am Samstag fast eineinhalb Stunden mit dem russische Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und auch „ausführlich über die Lebensmittelsicherheit in der Welt“ gesprochen.

Der Westen, darunter Deutschland und Frankreich, fordert von Russland, die Blockade der ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer zubeenden, damit das Land wieder Weizen exportieren könne. Putin machte demnach einmal mehr die «fehlerhafte Wirtschafts- und Finanzpolitik der westlichen Staaten» sowie die «antirussischen Sanktionen» für die Probleme verantwortlich.

Die Ukraine und Russland zählen zu den größten Getreideexporteuren weltweit. In der Ukraine steckten nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) Anfang des Monats knapp 25 Millionen Tonnen Getreide fest. Demnach (FAO-Direktor der Abteilung Märkte und Handel, Josef Schmidhuber, bei einer Pressekonferenz in Genf) sind möglicherweise 700.000 Tonnen Getreide aus der Ukraine verschwunden. Nach glaubhaften Berichten hätten russische Streitkräfte auch Agrargeräte gestohlen und Lagerhäuser zerstört.

50 Prozent der Sommerkulturen seien demnach angepflanzt, insgesamt dürfte es in der Ukraine laut FAO in diesem Jahr 70 Prozent der sonst üblichen Ernte geben.

su mit AP, dpa