Weniger Gas aus Russland: Kohle wieder gefragt

Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Aufnahme vom 8. März 22)
Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen (Aufnahme vom 8. März 22) Copyright Martin Meissner/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Von euronews
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Österreich und Deutschland wollen vorsorglich Kohlekraftwerke wieder nutzbar machen.

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Aufgrund sinkender Gaslieferungen aus Russland ist in Österreich und Deutschland plötzlich wieder Kohle gefragt. Um Energieengpässe zu vermeiden, wird deshalb in Österreich das Fernheizkraftwerk Mellach südlich von Graz wieder für eine mögliche Stromerzeugung mit Kohle hergerichtet. Zuletzt wurde in der Anlage Ende März 2020 dieser Energieträger verfeuert.

„Wir ertüchtigen dieses Kraftwerk wieder auf Kohle, so dass im Notfall, also wenn wir Spitzenabdeckung brauchen zum Beispiel bei einer Lieferunterbrechung dieses Kraftwerk wieder einsatzfähig ist“, sagte die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler. „Das wird jetzt umgebaut. Deswegen ist es wichtig, dass man die Entscheidung jetzt trifft. Das wird einige Monate jedenfalls dauern für die technische Ertüchtigung, für die Beschaffung“, so Gewessler.

Kritik von Fridays for Future

Auch Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck - wie die österreichische Umweltministerin Mitglied der Grünen - will vorübergehend wieder auf Kohlekraftwerke setzen. Sehr zum Verdruss von Umweltschutzgruppierungen. Fridays for Future schrieb, die Bundesregierung gebe sehenden Auges die Dörfer im Rheinland und damit die 1,5-Grad-Celsius-Grenze auf. Habeck sagte, das Zurückgreifen auf Kohle sei bitter, in dieser Lage aber schier notwendig.

Als Ziel gab Habeck aus, die Gasspeicher zu füllen, um für den Winter gerüstet zu sein, den Gas- und Energieverbrauch insgesamt zu drosseln.

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