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Verdopplung der Corona-Neuinfektionen: WHO rät nicht zu Urlaubsabsagen

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Von Foteini Doulgkeri  & Euronews
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Die WHO-Zentrale in Genf
Die WHO-Zentrale in Genf   -   Copyright  Martial Trezzina/AP

In mehreren europäischen Ländern wird ein erheblicher Anstieg der Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Nach Angaben von WHO-Europa-Direktor Hans Kluge hat sich die Anzahl im vergangenen Monat europaweit verdoppelt. Er rät im Interview mit Euronews zu Vorsicht und empfiehlt mehr Impfungen, vor allem für ältere, immungeschwächte und schutzbedürftige Menschen. Den Sommerurlaub zu verschieben sei nicht nötig, wohl aber gesunder Menschenverstand.

Kluge führte aus: ''Wir sollten nicht selbstgefällig sein. Das heißt nicht, dass die Leute ihren Urlaub verschieben sollten, absolut nicht, aber wir müssen die Schwachen schützen, impfen und auffrischen. In Ländern, in denen die Zahl der Erkrankten stark ansteigt, ist es sinnvoll, in überfüllten geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung eine Maske zu tragen, um sich gegenseitig zu schützen. Wir wissen auch, dass es einen Zeitrahmen gibt, in dem ein paar Wochen nach einem Anstieg neuer Fälle die Zahl der Krankenhausaufenthalte zunimmt, aber auch in dem Fall sollten wir die Menschen nicht verängstigen, keine Urlaube absagen, sondern den gesunden Menschenverstand walten lassen."

Die Pandemie habe die psychische Gesundheit der Menschen in Europa erheblich beeinträchtigt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine sorge jetzt für zusätzliche Belastungen, sagte Kluge.

Kluge erinnerte an düstere Erfahrungen in der Vergangenheit: ''Die europäische Region war seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr mit einem Krieg solchen Ausmaßes konfrontiert. Und die Menschen sind ängstlich. Sie sind auch besorgt über die Auswirkungen auf sich selbst, denn es wird immer schwieriger für die Menschen, ihren Treibstoff zu bezahlen, für einige grundlegende Dinge zu bezahlen. Also muss die Politik dies sehr ernst nehmen und sich auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft konzentrieren. Denn schon während des 19. Jahrhunderts sahen wir soziale Brüche und dann politischen Extremismus, wir müssen beharrlich bleiben und die Menschen schützen."