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Kampfdrohne Bayraktar TB2 für die Ukraine: "Botschaft aus Polen an Putin"

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Von Kirsten Ripper  & Euronews  mit AP, Anadolu
Türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 in einem Flugzeug in Litauen - ARCHIV
Türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 in einem Flugzeug in Litauen - ARCHIV   -   Copyright  AP/AP

In Polen hat ein Journalist mit seiner Crowdfunding-Kampagne zum Kauf einer Kampfdrohne für die Ukraine 4,7 Millionen Euro gesammelt. "22,5 Millionen Zloty! Made in Poland" - mit diesen Worten freute sich Sławomir Sierakowski über die Spenden von mehr als 200.000 Menschen. Vorbild für die Initiative in Polen war eine ähnliche Kampagne in Litauen.

Seit Beginn des russischen EInmarsches in die Ukraine soll Kiew etwa 50 Drohnen vom Typ Bayraktar TB2 erworben haben. Der Preis wird - je nach Ausstattung - auf zwei bis fünf Millionen Euro geschätzt. Damit ist die türkische Kampfdrohne deutlich günstiger als die Modelle aus den USA.

Eine "Botschaft aus Polen an Putin"

Das erfolgreiche Crowdfunding wird von vielen in Polen gefeiert. Der ehemalige Außenminister Radek Sikorski spricht von einer Botschaft an Putin in einer Sprache, die dieser verstehe.

Ähnliche Crowdfunding-Aktionen, um der Ukraine den Kauf weiterer Drohnen des türkischen Herstellers Baykar zu ermöglichen laufen in Norwegen und in Kanada.

Aufklärung und Angriffe

Die Bayraktar TB2 hat eine Spannweite von 12 Metern und ist 6,5 Meter lang. 

Die Kampfdrohne kann bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben - in einer Höhe von bis zu 6.800 Metern. 

Unter den Flügeln transportiert sie bis zu vier lasergesteuerte Raketen. Die 15 Kilogramm leichten Rocketsan aus türkischer Produktion gelten als äußerst effektiv gegen russische Panzer und Munitionsfahrzeuge. 

Die durch das Crowdfunding in Litauen beschaffte Drohne wird offenbar zur Aufklärung eingesetzt, wie im Internet veröffentlichte Videos zeigen sollen.

Im Internet kursieren allerdings auch Fotos, die von den russischen Truppen abgeschossene Bayraktar TB2 zeigen sollen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben gibt es derzeit aber nicht.

Der Sicherheitsexperte Rob Lee verweist darauf, dass dieselbe Drohne laut russischen Quellen an zwei verschiedenen Orten abgeschossen worden sein soll.

Nach dem erstaunlich schnellen Erfolg des Crowdfunding für die Ukraine in Litauen im Mai 2022 hatte der türkische Hersteller Baykar dem Staat im Baltikum eine Bayraktar TB2 geschenkt. Der Kaufpreis sollte als humanitäre Hilfe an die Ukraine gespendet werden.

Die Armee der Ukraine hatte schon vor dem russischen Angriffskrieg Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 in ihrem Arsenal.

Türkei und Bayraktar auf der Seite der Ukraine

Im Gespräch mit CNN hat der CEO des türkischen Drohnenbauers Haluk Bayraktar erklärt, die Türkei und Bakyar stehen auf der Seite der Ukraine und sein Unternehmen werde Russland keine Kampfdrohnen verkaufen.