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Nordsee-Bohrinseln: Millionen Tonnen Stahl warten auf Wiederverwertung

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Von Euronews  mit AFP
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Eine alte Ölplattform in Hartlepool, England, 11.11.2019
Eine alte Ölplattform in Hartlepool, England, 11.11.2019   -   Copyright  Frank Augstein/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved

Auf diesem Industriegelände im Südwesten Norwegens werden stillgelegte Öl- und Gasplattformen recycelt. Nachdem Kabel und Sondermüll entfernt wurden, bleibt ein riesiger Haufen Schrott übrig. Zehntausende Tonnen hochwertigen Stahls, rund 98 Prozent, können für neue Ölplattformen, andere Industriebauten oder Offshore-Windkraftanlagen wiederverwendet werden.

"Der gesamte Stahl wird sortiert und in kleine Stücke geschnitten. Und dann liefern wir ihn an andere Partner, mit denen wir zusammenarbeiten, die ihn dann einschmelzen und wieder in den Kreislauf einbringen. Das hat einen großen Vorteil, wenn man sich den Kohlenstoff-Fußabdruck ansieht", erklärt Sturla Magnus, Vizepräsident Topsides & Anlagen bei Aker Solutions.

In der Nordsee befinden sich einige der ältesten Offshore- Öl - und Gasplattformen der Welt - die meisten der Plattformen haben schon lange das Ende ihrer geplanten Lebensdauer erreicht. Der Branchenverband Offshore Energies UK (OEUK) schätzt, dass bis 2030 rund eine Million Tonnen Stahl von den Nordseeplattformen recycelt werden muss. Weltweit betrifft der Rückbau rund 10.000 Anlagen, Tendenz steigend.

Weil die Branche mit dem Rückbau nicht nachkommt, wurde die Lebensdauer einiger Nordseeplattformen trotz ihres fortgeschrittenen Alters, verlängert, wie Norwegens Plattform Statfjord A, die seit 1979 in Betrieb ist und deren Laufzeit nun bis 2027 verlängert wurde.

Doch von den Öl- und Gasplattformen gehen nicht nur Gefahren aus. So haben Forscher:innen festgestellt, dass sich große Fische mit Vorliebe in der Nähe der Bohrinseln aufhalten - denn dort gibt es kaum industirelle Fischerei. Auch die aus Beton gebauten Füße der ersten Anlagen haben sich wegen ihrer rauen Oberflächen in künstliche Korallenriffe verwandelt - einige Umweltschutzorganisationen fordern sogar, die Betonstelzen auch nach dem Rückbaum im Meer zu belassen und die Standorte in Meeresschutzgebiete zu verwandeln.