Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Flüsse verlieren an Wasser: Klimawandel fördert extreme Trockenheit

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa
euronews_icons_loading
Niedriger Pegelstand des Rheins am 15. August in Köln
Niedriger Pegelstand des Rheins am 15. August in Köln   -   Copyright  Rolf Vennenbernd/dpa via AP

Der sehr heiße und trockene Sommer hat die Pegelstände vieler Flüsse und Seen in Europa sinken lassen. Die vergangene Hitzewelle hat zwar in einigen Regionen aufgehört, doch der geringe Regen konnte bislang nur wenig verändern. Der Schweizer Fischereiverband spricht bereits von einem Fischsterben "historischen Ausmaßes".

Auch der Wasserstand des Rheins geht vielerots erheblich zurück. Und das hat Auswirkungen auf die Schifffahrt. Es fahren zwar noch Frachter - doch die sind schon mit geringerer Ladung unterwegs.

Klimawandel fördert Wetter-Extreme

Niedrigwasser ist nach Angaben von Klimaforscherin Diana Rechid vom Climate Service Center Germany (Gerics) ein natürliches Phänomen, allerdings gibt es - wie auch in diesem Jahr - besondere Klima-Extreme: Zum einen sehr trockene Phasen mit wenig Niederschlägen, zum anderen sehr hohe Temperaturen mit hohen Verdunstungsraten. Der Klimawandel fördere das Auftreten solcher Extreme.

Hohe Temperaturen führen laut Jakob Zscheischler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung unter anderem dazu, dass mehr Wasser aus Flüssen und Seen sowie aus freien Landflächen verdunstet. Zudem gäben Pflanzen mehr Wasserdampf in die Atmosphäre ab, was dem Boden auch Wasser entziehe. Beides trage zum Niedrigwasser bei.

Rhein: Weniger Schmelzwasser durch wärmeren Winter

Klimaforscherin Rechid sieht eine weitere Ursache, bedingt durch den Klimawandel: "Hinzu kommt noch, dass wir im Winter auch sehr wenig Schnee hatten, zum Beispiel. Viele Flüsse werden in den Sommermonaten auch durch zwischengespeichertes Wasser gespeist."

Dies sehe man etwa am Rhein, der Schmelzwasser aus den Alpen erhalte. Dort habe es im vergangenen Winter wenig Schnee gegeben, in der Folge sei der Wasser-Abfluss in den Strom geringer gewesen.

Außerdem ist Rechid zufolge insgesamt seit Jahrzehnten ein Rückgang der Gletscher zu beobachten. Dadurch werde weniger Wasser in den Gletschern gespeichert, als Folge werde im Laufe des Sommers weniger Schmelzwasser in die Flüsse abgegeben.