Internationale Untersuchung nach Raketeneinschlag in Polen - Kiew wehrt sich gegen Schuldvorwürfe

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Von Eva Reichhardt
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Anfang der Woche schlug eine Rakete im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet ein. Eine Ermittlung soll jetzt Klarheit bringen.

In den Augen des US-Außenministers Antony Blinken gibt es jedoch einen klaren Verantwortlichen:"Wie auch immer es ausgeht, wir kennen bereits die Partei, die letztendlich für diesen tragischen Vorfall verantwortlich ist - Russland."

Der polnische Präsident Andrzej Duda sagte unterdessen, dass die Beteiligung der Ukraine an den Ermittlungen im Einklang mit dem Völkerrecht erfolgen müsse: "wenn Kiewer Beamte die Verfahrensabläufe der Untersuchung sehen wollten, könnten die polnischen Behörden sie zwar ihnen zeigen, aber für die Teilnahme an der Untersuchung und den Zugang zu Dokumenten und Informationen sei "eine konkrete Rechtsgrundlage" erforderlich."

In dem Gebiet, in dem die Rakete am Dienstag zwei Menschen tötete, sagten Dorfbewohner, sie seien schockiert, dass der Krieg irgendwie übergeschwappt sei. Ewa Byra, die Direktorin der Schule in Przewodow erklärt: "Wir haben nicht mit einem solchen Ereignis gerechnet, auch wenn Unfälle passieren, besonders wenn sechs Kilometer von unserem Dorf entfernt Krieg herrscht. Diese Art von Unfall kann jederzeit passieren."

Westliche Politiker bemühten sich, die Befürchtungen einer gefährlichen Eskalation zu beschwichtigen, und erklärten, dass es sich bei der Explosion wahrscheinlich um einen Unfall handelte. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die NATO unterstützten nachdrücklich die Einschätzung Warschaus, dass die tödliche Rakete wahrscheinlich von der Ukraine abgefeuert wurde.

Kiew wehrte sich jedoch vehement gegen die Behauptung, dass seine Flugabwehr die Schuld trage.