Peruanischer Präsident Castillo abgesetzt und inhaftiert

Access to the comments Kommentare
Von Enrique Barrueco
Im peruanischen Parlament wird die Absetzung des Präsidenten Castillo gefeiert
Im peruanischen Parlament wird die Absetzung des Präsidenten Castillo gefeiert   -   Copyright  Guadalupe Pardo/AP

Der peruanische Präsident Pedro Castillo ist vom Parlament des Amtes enhoben und inhaftiert worden. 

Um der Abstimmung über einen Misstrauensantrag zuvorzukommen, wollte Castillo das Parlament auflösen und mit Dekreten regieren. Allerdings stellte sich seine eigene Regierung gegen ihn, Vizepräsidentin Dina Boluarte und 101 von 117 Parlamentariern werteten Castillos Vorgehen als Staatsstreich.

Vizepräsidentin verfassungsgemäß als neue Präsidentin vereidigt

Die Verfassung Perus sieht für diesen Fall vor, dass die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte übernimmt. Castillo werde in der Präfektur in Lima der leitenden Staatsanwältin für Korruptionsfälle vernommen, so die staatliche Nachrichtenagentur.

Castillo hatte bereits zwei Amtsenthebungsverfahren überstanden

Castillos Regierung stand seit dem Amtsantritt des ehemaligen Dorfschullehrers im Juli vergangenen Jahres unter Druck, immer wieder räumten wichtige Minister ihre Posten. Erst vor kurzem ernannte Castillo eine fünfte Kabinettschefin in knapp eineinhalb Jahren. Seit seinem Amtsantritt hat der nun abgesetzte Präsident zwei Amtsenthebungsverfahren überstanden.