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Kampf um Bachmut: Russen für 5.000 € als Freiwillige im Ukraine-Krieg?

Kampf um Bachmut in der Ukraine
Kampf um Bachmut in der Ukraine Copyright Libkos/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Euronews mit ISW, AP
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Der Kampf um Bachmut ist weiterhin nicht entschieden. Das ISW hält es für plausibel, dass Russland etwa 50 Prozent der Stadt eingenommen hat. In Moskau gibt es neue Pläne, über Gazprom Freiwilligen-Bataillone für den Krieg in der Ukraine zu rekrutieren.

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Das "Institute for the Study of War" (ISW) hält die Einschätzung von russischen Militärbloggern für plausibel, dass Russlands Truppen inzwischen bis zu 52 Prozent der ukrainischen Stadt Bachmut kontrollieren.

An diesem Donnerstag wurden auch wieder andere Städte in der Ukraine wie Kiew und Cherson von Russland bombardiert.

Doch der seit Monaten andauernde Kampf um Bachmut fordert sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite besonders viele Opfer. Wegen der hohen Verluste erscheint es kaum erstaunlich, dass Moskau neue Wege bei der Rekrutierung beschreiten will. Dabei wird offenbar erneut eine Art Machtkampf zwischen dem Verteidigungsministerium in Moskau und dem aus St. Petersburg stammenden Chef der privaten Wagner-Truppe deutlich. 

Laut dem ISW machen sich Russlands Staatsunternehmen Gazprom und die PMC (Private military company) Wagner gegenseitig die Freiwilligen streitig.

Stellt Gazprom ein gut bezahltes Freiwilligen-Bataillon auf?

Ein prominenter russischer Militärblogger behauptet nach Berichten des "Institute for the Study of War", die Gazprom-Tochter Gazprom Neft bilde eine Freiwilligeneinheit, die den BARS-Einheiten (Russian Combat Army Reserve) entspreche. Ursprünglich hatte es geheißen, Gazprom Neft bilde eine private Militärkompanie (PMC) und entsende aktiv nicht näher bezeichnete Elemente in das besetzte Gebiet Donezk. Doch dann korrigierte der Blogger seinen Bericht, dass es sich bei der Gazprom-Neft-Gruppe um eine Freiwilligeneinheit und nicht um eine PMC handele. 

Die Rekrutierungskampagne von Gazprom Neft sei in Donezk auf mögliche Interessierte gestoßen, da das Unternehmen ein monatliches Gehalt von 400.000 Rubel (ca. 5.260 US-Dollar) und eine zusätzliche Entschädigung für Leistungsprämien anbiete. Der Milblogger fügte hinzu, dass dieses angebotene Gehalt doppelt so hoch sei wie das der Wagner-Gruppe, und merkte an, dass ein Freiwilliger in der Gazprom-Neft-Formation - mit Prämien - bis zu 600.000 Rubel (fast 5.000 Euro) pro Monat verdienen könne. Möglicherweise versucht Gazprom Neft, mit Wagner um Rekruten aus dem Gebiet Donezk zu konkurrieren, da Wagner dort auch eine eigene Rekrutierungskampagne durchführt.

Die russische Regierung hat Gazprom Neft am 6. Februar ermächtigt, eine private Sicherheitsorganisation (keine PMC) zu gründen, um die russische Energieinfrastruktur zu schützen. 

Ukrainische Geheimdienste gehen laut dem ISW davon aus, dass die Gründung der privaten Sicherheitsfirma Gazprom Neft mit den Bemühungen des Kremls zusammenhängt, den Finanzier der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, ins Abseits zu stellen und die Abhängigkeit des Kreml von den Kräften der Wagner-Gruppe zu verringern.  

Ein russischer Milblogger stellte die rhetorische Frage, wann das russische Verteidigungsministerium "eifersüchtig" auf die neuen Formationen von Gazprom Neft werden und ihnen den Zugang zu Munition verwehren werde - wahrscheinlich eine Anspielung auf den Konflikt des russischen Verteidigungsministeriums mit Prigoschin.

Der Chef der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, und einige russische Militärblogger behaupteten am 8. März, dass die russischen Streitkräfte ganz Bakhmut östlich des Flusses Bachmutka kontrolliere. Laut russischen Beobachtern versuchten Wagner-Kämpfer weiterhin, in den nördlichen und südlichen Teil von Bachmut vorzudringen. Die ukrainischen Streitkräfte ziehen offenbar weiterhin einzelne Einheiten aus der Stadt ab. Dabei seien die ukrainischen Streitkräfte nicht in der Lage, sich aus den Gebieten bei Bachmut zurückzuziehen, ohne schwere Verluste zu erleiden.

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