Polen und Ungarn verbieten den Import von ukrainischem Getreide

Der Import von ukrainischem Getreide hat in vielen EU-Ländern die Preise stark fallen lassen.
Der Import von ukrainischem Getreide hat in vielen EU-Ländern die Preise stark fallen lassen. Copyright AFP
Von Euronews mit AP, DPA
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Polen und Ungarn haben ein Importverbot für ukrainisches Getreide und weitere Lebensmittel verhängt. So sollen die heimischen Märkte stabilisiert werden.

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Polen und Ungarn haben den Import von ukrainischem Getreide und weiteren Lebensmitteln vorerst verboten. Man sei gezwungen gewesen, die eigenen Landwirt:innen zu beschützen, so Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit.

Die Getreidepreise sind stark gefallen

Der massive Import von billigem Getreide aus der Ukraine hat die Preise in der EU fallen lassen, heimische Produzent:innen werden ihr Getreide vielerorts gar nicht mehr oder nur zu zu niedrigen Preisen los. Das Importverbot soll den Markt wieder stabilisieren.

Zusätzlich kündigte Kaczyński Stützungskäufe von Getreide an. Man sei jedoch bereit, gemeinsam mit der Ukraine Regelungen für den Getreideimport zu finden.

"Wir sind und bleiben ohne die geringste Veränderung Freunde und Verbündete der Ukraine", so Kaczyński. Jedoch könne es nicht im Interesse der Regierung in Kiew sein, Polen in eine Krise zu stürzen.

Ungarn hinterfragt die Aufhebung der Zölle auf ukrainische Produkte

Das Verbot soll zunächst bis zum 30. Juni gelten. Auch der Import von Zucker, Eiern, Fleisch, Milch und anderen Milchprodukten, Obst und Gemüse ist vorerst untersagt.

Die ungarische Regierung erwartet eine EU-weite Änderung der Regularien für den Getreideimport aus der Ukraine, auch die Aufhebung von Zöllen und Steuern auf ukrainische Produkte solle überdacht werden.

Auch in Nachbarländern klagen die Landwirt:innen über den Import des ukrainischen Getreides. Sie sorgen sich angesichts der gefallenen Preise um ihre Lebensgrundlage.

Polnische Opposition sieht regierungsnahe Unternehmen in der Schuld

Eigentlich waren die Zölle auf ukrainisches Getreide aufgehoben worden, um den Transport nach Afrika und in den Mittleren Osten zu vereinfachen. Große Teile des Getreides sind dort jedoch entgegen des Plans der EU nie angekommen.

Die polnische Regierung sieht die EU in der Schuld. Einige Gewerkschaften und Oppositionspoilitker:innen beschuldigen jedoch Unternehmen mit Regierungsverbindungen, das billige ukrainische Getreide aufzukaufen und es als qualitativ hochwertiges, polnisches Getreide an Brot-und Teigwarenfabriken zu verkaufen.

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