Russische Truppen wollen von den Dächern der AKW-Reaktoren schießen

Gerät das größte AKW Europas erneut ins Kreuzfeuer?
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Von euronews

Die ukrainische Gegenoffensive rückt näher und die russischen Streitkräfte wollen ihre Positionen auch vom AKW in Saporischschja aus verteidigen. Das größte AKW Europas droht erneut ins Kreuzfeuer zu geraten.

Die ukrainischen Streitkräfte schließen ihre Vorbereitungen für die seit langem erwartete Frühjahrs-Gegenoffensive gegen die russische Truppen ab, so der Verteidigungsminister des Landes, und sind im Großen und Ganzen bereit.

Um die Stellungen am Ostufer des Kachowkaer Stausees in der Region Saporischschja zu halten, militarisieren die russischen Streitkräfte das Kernkraftwerk Saporischschja.

Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, zeigen Satellitenbilder, dass die russischen Streitkräfte auf den Dächern mehrerer Reaktorgebäude des AKWs Schießstände errichtet haben. Es ist das größte AKW in Europa.

Russland kontrolliert das AKW seit März 2022. Dies ist jedoch der erste Hinweis darauf, dass die Reaktorgebäude in den taktischen Verteidigungsplan einbezogen werden. Russland hat diese Stellungen wahrscheinlich errichtet, weil es sich zunehmend Sorgen über die Aussichten einer größeren ukrainischen Gegenoffensive macht.

Diese Maßnahme erhöht das Risiko von Schäden an den Sicherheitssystemen des AKW, falls es zu Kämpfen um das AKW kommt. Direkte katastrophale Schäden an den Reaktoren sind jedoch bei den am meisten plausiblen Szenarien mit Infanteriewaffen unwahrscheinlich, da die Strukturen sehr stark verstärkt sind.

Unten am Dnipro in der Region Cherson greifen die ukrainischen Streitkräfte nach Angaben des ISW weiterhin russische Logistik und Standorte am Ostufer an.

Die veröffentlichten geolokalisierten Aufnahmen zeigen, dass die ukrainischen Streitkräfte russische Stellungen nördlich von Korsunka und südwestlich von Rybalche sowie einen russischen Beobachtungsposten in Kozachi Laheri angreifen.

Die Sprecherin des ukrainischen Einsatzführungskommandos Süd, Natalia Humenyuk, erklärte, dass die ukrainischen Streitkräfte bereits in aller Stille Gegenoffensiven in der Region Cherson durchführen, indem sie russische Munitionsdepots sowie Standorte ins Visier nehmen.

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