Angreifer festgenommen: Erneuter Amoklauf tötet 8 Menschen in Serbien

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Von Euronews
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Die Bluttat an einer Schule in Belgrad war noch nicht ansatzweise verarbeitet, da gab es schon Berichte von einem zweiten Amoklauf in Serbien. Acht Menschen kamen ums Leben.

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Nach einer erneuten Schießerei in Serbien hat die Polizei den mutmaßlichen Angreifer festgenommen. Zuvor war mit einem Großaufgebot nach dem jungen Mann gesucht worden. 

Er soll in der Nähe der Stadt Mladenovac, rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Belgrad, mit einem Schnellfeuergewehr auf Menschen aus einem fahrenden Auto geschossen hatte.

Dabei wurden mindestens acht Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Bei dem Täter soll es sich um einen 21 Jahre alten Mann handeln, wie lokale Medien berichten.

Erst am Mittwoch hatte ein 13-Jähriger in seiner Schule in Belgrad acht Kinder und einen Wachmann erschossen. Die Tat erschütterte das ganze Land. 

Eine dreitägige Staatstrauer wurde verhängt. Präsident Aleksandar Vucic sprach am Donnerstag von einem der schwersten Tage in der modernen serbischen Geschichte.

Der Junge hatte die Tat Ermittlern zufolge über einen langen Zeitraum hinweg geplant. Die zwei Pistolen, die er bei sich hatte, gehörten dem Vater. Darüber hinaus habe er vier Brandsätze vorbereitet gehabt, die er aber nicht zum Einsatz brachte.

Auf dem Schreibtisch zu Hause hätten die Polizeibeamten eine Skizze über die baulichen Gegebenheiten der Schule gefunden sowie eine Liste mit den Namen potenzieller Opfer. Sein Motiv ist unklar.

Geboren 2009 ist der Junge nach serbischer Gesetzeslage nicht strafmündig und kann nicht vor Gericht gestellt werden. Die Polizei nahm im Laufe des Tages seine Eltern fest. 

Der Vater des 13-Jährigen besaß demnach einen gültigen Waffenschein. Die Polizei verdächtigt ihn, sie nicht vorschriftsgemäß verwahrt zu haben. Bei ihm handelt es sich laut Präsident Vucic um einen "vorbildlichen Arzt", der mit dem Sohn zu einem Schießstand gegangen sei und mit ihm das Schießen geübt habe.

Der Junge befindet sich in einer Klinik für Neuropsychiatrie.

Die Tragödie löste auch eine Debatte über den allgemeinen Zustand des Landes nach jahrzehntelangen Krisen und Konflikten aus, deren Folgen einen Zustand ständiger Unsicherheit und Instabilität sowie eine tiefe politische Spaltung geschaffen haben.

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