Femizide in Italien: "Nicht noch eine ermordete Frau"

Mehr als 100 ermordete Frauen in Italien in diesem Jahr
Mehr als 100 ermordete Frauen in Italien in diesem Jahr Copyright Luca Bruno/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Giorgia Orlandi
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In Italien gehen die Menschen gegen Frauenmorde auf die Straße. Die meisten Frauen werden vom Partner oder vom Ex ermordet. Die Kultur des Machismus muss verändert werden.

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Die jüngste Ermordung einer 22-jährigen Studentin durch ihren Ex-Freund hat das Problem der Gewalt gegen Frauen in Italien deutlich gemacht und landesweit eine hitzige Debatte ausgelöst.

Seit Jahresbeginn wurden in Italien über 100 Frauen getötet. Diese Morde werden oft als Femizide bezeichnet. Das Wort Femizid bezeichnet die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Aus mehreren Gründen ist es sehr schwierig, die Gesamtzahl dieser Morde im übrigen Europa anzugeben. Wir können jedoch sagen, dass Italien nicht das Land mit der höchsten Zahl an Femiziden in der EU ist.

Dennoch wurde der Fall zum Zentrum eines Social-Media-Sturms, der noch nicht vorbei ist. Premierministerin Giorgia Meloni versprach, die Öffentlichkeit stärker für das Thema zu sensibilisieren, und als Konsequenz daraus hat das italienische Parlament gerade ein neues Gesetz verabschiedet, das mehr Schutz für Frauen vorsieht.

In ganz Italien fanden mehrere Proteste und Mahnwachen statt, und für Samstag wurde in der Hauptstadt Rom eine Demonstration geplant. Der 25. November ist der Tag gegen die Gewalt an Frauen. Wir sprachen mit einem Mitglied von "Non Una di Meno", einer Bewegung, die die Demonstration mitorganisiert hat.

Benedetta Rossi von der Organisation "Non Una di Meno": "Ich denke, wir haben einen Wendepunkt erreicht. Immer mehr Menschen werden sich des Problems bewusst und ich denke, dass sich von nun an immer mehr Menschen unseren Protesten anschließen werden. Wir hören immer wieder viele Zusagen von politischen Führern, die dies tun. Sie tun nicht genug, um das Problem anzugehen. Alles, was sie tun, ist, die Schutzmaßnahmen zu verstärken, was das Problem nicht löst. Was wir tun müssen, ist, ein neues Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen und zu verstehen, dass diese patriarchalische Kultur Teil eines Systems ist, das Frauen unterdrückt."

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