Netanjahu will nichts von einem Nachkriegsplan für Gaza wissen

Zahlreiche Tote nach Angriffen auf das Westjordanland, den Südlibanon und den Gazastreifen.
Zahlreiche Tote nach Angriffen auf das Westjordanland, den Südlibanon und den Gazastreifen. Copyright Majdi Mohammed/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von euronews mit afp, dpa, ap
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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einem Bericht zufolge Bitten von Sicherheitsbeamten abgelehnt, Pläne für die Kontrolle und Verwaltung des Gazastreifens nach dem Ende des Krieges mit der Hamas zu erstellen.

Netanjahu will nicht über Zukunft von Gaza reden

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In den vergangenen Tagen wurden drei Ersuche an das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gesandt, im Namen der Direktoren des Mossad, des Sicherheitsdienstes Shin Bet, des Generalstabschefs der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und des Verteidigungsministeriums, um ein Treffen zu vereinbaren, bei dem Entscheidungen über die Zukunft des Gazsstreifens getroffen werden könnten. Die Frage lautet, was passiert, nachdem Israel seine Ziele in Bezug auf die Hamas erreicht hat? Der israelische Fernsehsender Channel 12 berichtete am Dienstagabend über diese gescheiterten Anfragen. Demnach scheint sich Benjamin Netanjahu derzeit zu weigern, über einen Nachkriegsplan für den Gazastreifen zu diskutieren.

Der Sender berichtete weiter: "Die Zeit wird knapp und es müssen bereits Entscheidungen darüber getroffen werden, wie man sich gegenüber allen relevanten Akteuren innerhalb und außerhalb des Gazastreifens verhalten soll. Die Amerikaner wollen Erklärungen", zitierte der Sender einen ungenannten Sicherheitsbeamten mit den Worten.

Angriffe auf das Westjordanland

Nach einem Angriff des israelischen Militärs auf ein Flüchtlingscamp im Norden des Westjordanlands wurden am Mittwoch mehrere dabei getötete Palästinenser beigesetzt. Der Luftschlag mittels einer Drohne hatte sechs Menschen das Leben gekostet. Das hat unter anderem die Hilfsorganisation Roter Halbmond mitgeteilt.

Seit Beginn des Krieges seien bei Angriffen auf das Westjordanland mehr als 300 Palästinenser getötet worden.

Israel wird nicht über den Willen der Palästinenser, Freiheit, Unabhängigkeit und die Staatlichkeit zu erlangen, triumphieren. Das abscheuliche tägliche Töten ist Zeichen des Versagens. Der israelische Staat liegt in Trümmern und jene, die ihn zunächst unterstützt haben, schämen sich nun.
Mohammed Shtayyeh
Palästinensischer Ministerpräsident

Kämpfe in Chan Younis, Angriffe auf den Südlibanon

Das israelische Militär veröffentlichte am Mittwoch Filmmaterial, das angeblich einige seiner Eliteeinheiten im Gazastreifen zeigt. Deren Angaben zufolge bekämpfen Kommandoeinheiten die Hamas „tief in Chan Younis“ und zerstören dabei die Infrastruktur der Terrorgruppe, einschließlich der Tunnelschächte, hieß es in einer Erklärung des Militärs.

Dieses berichtete außerdem, ein Kampfjet habe über Nacht einen Hisbollah-Standort im Südlibanon beschossen. Truppen hätten am Morgen Gebiete nahe der Grenze angegriffen, vermutlich um geplante Hisbollah-Angriffe zu vereiteln.

Die von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden im Gazastreifen gaben an, die israelischen Angriffe hätten seit ihrem Beginn im Oktober 21.110 Menschen das Leben gekostet. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

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