Zahl der Todesopfer steigt auf 126

Polizisten beseitigen brennende Trümmer auf einem Markt in Wajima, Präfektur Ishikawa, Japan, 6. Januar 2024.
Polizisten beseitigen brennende Trümmer auf einem Markt in Wajima, Präfektur Ishikawa, Japan, 6. Januar 2024. Copyright 稲熊成之/AP
Von Christoph Debets mit AP
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Auch ein Kind, das sich bei dem Beben mit heißem Wasser verbrühte erlag nun seinen Verletzungen. Schnee und Regen erhöht das Risiko, dass beschädigte Straßen absacken. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kondolierte - eine ungewöhnliche Geste.

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In Japan ist die Zahl der Todesopfer durch die Erdbeben, die letzte Woche die Westküste erschütterten, auf 126 gestiegen. Die Stadt Wajima verzeichnete mit 69 die meisten Todesfälle, gefolgt von Suzu mit 38. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt, mindestens 27 davon schwer.

Unter den Toten war ein 5-jähriger Junge, der sich gerade von seinen Verletzungen erholte, nachdem er bei dem Beben der Stärke 7,6 am Montag mit kochendem Wasser übergossen worden war. Sein Zustand verschlechterte sich plötzlich und er starb am Freitag, nach Angaben der Präfektur Ishikawa, der am stärksten betroffenen Region.

Die Behörden warnten davor, dass Straßen, die durch Dutzende Nachbeben, die die Gegend weiterhin erschüttern, bereits Risse erlitten hätten, völlig absacken könnten. Regen und Schnee, mit denen für die Nacht zum Sonntag gerechnet wird, erhöhten das Risiko.

Mehr als 200 Menschen werden immer noch vermisst. Berichten zufolge waren elf Menschen unter zwei eingestürzten Häusern in Anamizu eingeklemmt.

Für den 76-jährigen Shiro Kokuda blieb das Haus in Wajima, in dem er aufwuchs, verschont, aber ein nahegelegener Tempel ging in Flammen auf und er suchte immer noch in Evakuierungszentren nach seinen Freunden.

„Es war wirklich hart“, sagte er.

Japan ist eine der am schnellsten alternden Gesellschaften der Welt. Die Bevölkerung in Ishikawa und den umliegenden Gebieten ist im Laufe der Jahre zurückgegangen. Eine fragile Wirtschaft, die sich auf Handwerk und Tourismus konzentrierte, war jetzt gefährdeter denn je.

In einer ungewöhnlichen Geste aus dem nahe gelegenen Nordkorea sandte Machthaber Kim Jong Un eine Kondolenzbotschaft an den japanischen Premierminister Fumio Kishida, wie die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

Der japanische Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi sagte Reportern, Japan sei für alle Nachrichten dankbar, auch für die aus Nordkorea. Hayashi sagte, das letzte Mal, dass Japan von Nordkorea eine Beileidsbekundung wegen einer Katastrophe erhalten habe, sei 1995 gewesen.

Entlang der japanischen Küste wird die Stromversorgung allmählich wiederhergestellt, aber die Wasservorräte sind immer noch knapp. Auch Notwassersysteme wurden beschädigt.

Tausende Soldaten transportieren Wasser, Lebensmittel und Medikamente zu den mehr als 30.000 Menschen, die in Hörsälen, Schulen und anderen Einrichtungen Zuflucht gesucht haben.

Die Zeitung Yomiuri meldete, dass sie bei der Auswertung von Luftaufnahmen mehr als 100 Erdrutsche in der Gegend geortet habe. Einige davon blockierten wichtige Lebensadern.

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