Nach Flugzeugkollision: Japan untersucht Unglücksursache

Kollision einer Passagiermaschine und einer Maschine der Küstenwache in Japan
Kollision einer Passagiermaschine und einer Maschine der Küstenwache in Japan Copyright eAnIn¢im/AP
Von Julika HerzogEuronews digital mit AP
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Es war das erste größere Unglück, in das eine moderne Maschine des Typs Airbus A350 verwickelt war. Ermittler rekonstruieren nun, wie es zu der Kollision kommen konnte.

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Es grenzt an ein Wunder: 379 Menschen - alle Passagiere und die Besatzung des Flugzeugs der Japan Airlines - konnten sich in Sicherheit bringen, als ihre Maschine nach einer Kollision mit einem kleineren Flugzeug auf einer Landebahn des Flughafens von Tokio in Flammen aufging.

Für fünf Menschen an Bord des Flugzeugs der japanischen Küstenwache, mit der die Passagiermaschine kollidiert ist, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Nur der Pilot konnte sich schwer verletzt retten. 

Verkehrsbehörden beginnen Untersuchung

Einen Tag nach der tödlichen Kollision haben die japanischen Verkehrsbehörden mit der Untersuchung der Unfallursache begonnen. Das Japan Transport Safety Board, eine für schwere Unfälle mit Flugzeugen, Zügen und Schiffen zuständige Regierungsbehörde, nehme die ausgebrannten Wrackteile unter die Lupe, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Die genaue Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Bisher konnten der Flugschreiber und der Stimmenrekorder des Flugzeugs der Küstenwache geborgen werden. Ermittler rekonstruieren nun, was um 17:47 Uhr Ortszeit am Flughafen Haneda genau passiert ist und warum zwei Flugzeuge gleichzeitig auf einer Landebahn waren. 

„Als Unfallermittler konzentriere ich mich auf das, was vorher passiert ist, wie es zu dem Zusammenstoß der beiden Flugzeuge kommen konnte, und auf die Momente, bis alle Menschen gerettet wurden. Wenn die Berichte stimmen, dass alle Menschen in diesem Flugzeug erfolgreich evakuiert worden sind, dann ist das eine fabelhafte Nachricht", so der Pilot und Luftfahrtberater Tim Atkinson.

Airbus A350 wohl trotz Brand lange stabil

Der Unfall war das erste größere Unglück, in das eine Maschine des Typs Airbus A350 verwickelt war. Dieses Flugzeug der neuen Generation besteht größtenteils aus modernen Materialien wie kohlefaserverstärktem Kunststoff. Experten zufolge war das Flugzeug daher trotz des Brandes noch lange stabil, sodass die Menschen an Bord Zeit hatten, sich zu retten.

Der Flugzeughersteller Airbus hat ein Team von Spezialisten nach Japan geschickt, um die Behörden bei der Untersuchung des Vorfalls technisch unterstützen.

Airbus bekundete in einer Mitteilung sein Mitgefühl für alle Betroffenen. Das Passagierflugzeug sei zwei Jahre alt gewesen. 

Augenzeuge: "Es war die Hölle"

Das Flammeninferno konnte erst mehr als acht Stunden nach der Kollision unter Kontrolle gebracht werden. Ein 17-jähriger schwedischer Teenager, der mit seinen Eltern und seiner Schwester an Bord des Airbus A350 der Japan Airlines war, filmte dramatische Szenen.

Er beschrieb das Chaos nach dem Zusammenstoss später als "die Hölle", die gesamte Kabine hätte sich innerhalb weniger Minuten mit Rauch gefüllt. Als die Nottüren geöffnet wurden, hätten sich alle Passagiere darauf gestürzt.

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