Blinken: 4 arabische Staaten und Türkei wollen Gazas Zukunft mitplanen

US-Außenminister Antony Blinken in Katar mit Staatsoberhaupt Tamim Bin Hamad Al Thani.
US-Außenminister Antony Blinken in Katar mit Staatsoberhaupt Tamim Bin Hamad Al Thani. Copyright EVELYN HOCKSTEIN/AP
Von Euronews mit AP
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Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Jordanien und die Türkei wollen sich zusammen mit den USA an Wiederaufbau und Verwaltung des Gazastreifens nach dem Krieg beteiligen.

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US-Außenminister Antony Blinken setzt seine Nahost-Vermittlungsreise mit Gesprächen in Israel fort. Bei seinen Besuchen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Jordanien und der Türkei habe er die Zusicherung erhalten, dass sich diese Staaten an Wiederaufbau und Verwaltung des Gazastreifens nach dem Krieg beteiligen wollen.

Diese Staaten hatten sich bisher geweigert, mit den USA eine Zukunft für den Gazastreifen zu planen, solange Israel nicht in eine Waffenruhe dort einwilligt. Laut Blinken seien sie jetzt offen für solche Planungen und würden jeweils darüber nachdenken, wie sie sich beteiligen können. Einzelheiten, wie diese Beteiligung aussehen könnte, nannte der US-Außenminister nicht. Die Staaten seien aber bereit, auch harte Entscheidungen zu treffen, um die Vision für die Region voranzubringen.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock setzt ihren Nahostbesuch in Ägypten fort, nachdem sie gestern in Israel war. 

Israel: Neue, weniger intensive Phase der Kriegsführung beginnt

Die israelische Armee soll bei ihren Angriffen auf den Gaza-Streifen laut eigenen Angaben in eine neue und weniger intensive Phase der Kriegsführung übergegangen sein.

Laut dem Armee-Sprecher Daniel Hagari werde es von nun an weniger Bodentruppen und Raketenangriffe im Gaza-Streifen geben.

Die Ankündigung erfolgte kurz vor dem Besuch von US-Außenminister Antony Blinken. Zuerst hatte die US-amerikanische Zeitung "The New York Times" über den angeblichen Strategiewechsel der israelischen Armee berichtet.

In New York traf UN-Generalsekretär António Guterres die neu ernannte Koordinatorin für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau im Gazastreifen, Sigrid Kaag. Dringend benötigte Hilfstransporte sollen erleichtert werden. 

UNICEF: Kinder in Gaza von Unterernährung und Krankheiten bedroht

Unterernährung und Krankheiten bedrohen das Leben von 1,1 Millionen Kindern, alarmiert UNICEF. Tausende von Kindern im Gaza-Streifen sind bereits an den Folgen der Gewalt gestorben, während sich die Lebensbedingungen für Kinder weiterhin rapide verschlechtern: Die Zahl der Durchfallerkrankungen und die zunehmende Nahrungsmittelarmut bei Kindern erhöhen das Risiko, dass immer mehr Kinder sterben.

Wichtig sei auch, dass kleine Kinder geimpft werden. "Wir erhalten hier 600.000 Dosen Routineimpfungen, die für das Leben und das Wohlergehen der Kinder sehr, sehr wichtig sind. Wir wollen nicht, dass Kinder, die die Bombardierung überlebt haben, sterben, weil sie nicht geimpft sind", erklärt Maulid Warfa, Koordinator für die humanitäre Hilfe bei UNICEF. 

Laut einer UNICEF-Umfrage vom 26. Dezember nehmen etwa 90 Prozent der Kinder unter zwei Jahren zwei oder weniger Nahrungsmittelgruppen zu sich. Die meisten Familien gaben an, ihre Kinder bekämen nur Getreide - einschließlich Brot - oder Milch und erfüllten damit die Definition von "schwerer Ernährungsarmut".

Nach drei Monaten Krieg: Noch 136 Geiseln im Gazastreifen

Zu Beginn des vierten Monats im Gaza-Krieg geht Israel davon aus, dass noch 136 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden. 25 davon seien vermutlich nicht mehr am Leben, teilte eine israelische Regierungssprecherin am Montag mit.

Von den noch im Gazastreifen festgehaltenen, am 7. Oktober verschleppten Geiseln seien 113 männlich und 19 weiblich, sagte die Sprecherin. Unter ihnen seien zwei Kinder, die jünger als fünf Jahre sind. Es handele sich um 121 Israelis und elf Ausländer. Unter ihnen seien acht Thailänder, ein Nepalese, ein Tansanier sowie ein französisch-mexikanischer Staatsbürger. Unter den verbliebenen Geiseln sollen noch mehrere Deutsche sein.

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