Frankreichs Landwirte setzen Blockaden fort – Premierminister gibt sich gesprächsbereit

Blockaden bei Paris
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Von Euronews
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In vielen Ländern Europas setzen die Landwirte ihre Blockaden fort. In Frankreich etwa verlangt man Zugeständnisse seitens der Regierung, die nun Maßnahmen versprach. In Spanien bereiten die Blockaden den Spediteuren große Sorge.

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Im ganzen Bundesgebiet blockieren Bäuerinnen und Bauern erneut Autobahnauffahrten. So werden etwa in Thüringen seit den Morgenstunden Autobahnauffahrten mit Agrarfahrzeugen blockiert. Die Proteste sollen nach Berichten des "MDR" bis 13 Uhr andauern. Demnach wollen die Landwirte ab dem heutigen Mittwoch auch vor dem Landtag in Erfurt kampieren.

Auch in vielen Gebieten Bayerns wollen Bauern mit Traktoren gegen die Sparpläne der Bundesregierung demonstrieren, indem Autobahnauffahrten blockiert werden. Wie der "BR" berichtet, sind zahlreiche Protestaktionen angemeldet. Dazu aufgerufen hat der Bauernverband sowie der Verein "Landwirtschaft verbindet Bayern".

Landwirte riegeln Paris ab

Auch in vielen Teilen Europas gehen die Bauernproteste weiter. In Frankreich blockierten Landwirte am Dienstag mit Traktoren und anderen Fahrzeugen alle acht nach Paris führenden Autobahnen. So auch auf der A1, unweit des Flughafens Charles De Gaule. Die Landwirte machen die Dauer der Proteste von der Reaktion der Regierung abhängig.

Ein Demonstrant gab sich enttäuscht, dass es in seinen Augen nur Versprechungen und Worte gebe, aber keine Taten. Man warte auf konkrete Entscheidungen, danach werde man entscheiden, ob die Blockaden verschwinden oder nicht. Eine andere Landwirtin sagte, dass man auf Paris marschiere, wenn es nötig sei. "Aber auch, wenn wir die Nationalstraßen nach Paris blockieren würden, dann reicht das, denn die Champs-Elysees interessieren mich nicht."

Es muss eine französische Ausnahme bei der Landwirtschaft geben.
Gabriel Attal
Französischer Premierminister

Zugeständnisse vom Regierungschef

Premierminister Gabriel Attal stellte den Bauern, in seiner ersten Regierungserklärung als Regierungschef, Ausnahmen von europäischen Vorschriften in Aussicht. Natürlich habe mab Maßnahmen ergriffen, um die landwirtschaftliche Souveränität des Landes zu gewährleisten, so Attal.

"Ich sage hier feierlich, dass es eine französische Ausnahme bei der Landwirtschaft geben muss. Ich will klar und deutlich sein, angesichts der Anhäufung von Vorschriften und Entscheidungen, die von oben herab und manchmal von wer weiß woher kommen. Wir werden da sein, ohne jeden Zweifel."

Frankreich als Transitland stellt Spediteure vor Probleme

In Spanien schauen Speditionen mit Sorge auf die Blockaden, Lkw-Fahrer spanischer sowie portugiesischer Transportunternehmen sitzen teils seit Tagen fest. Der Export von Obst, Gemüse, Fleisch, Olivenöl und Wein in den Norden steht still. Den Angaben zufolge belaufen sich die Verlusteauf mehr als 12 Millionen Euro pro Tag.

Der Präsident des Verbandes der spanischen Verkehrsverbände, Julio Villaescusa, sagte, täglich würden fast 12.000 Lastwagen die Grenze zu La Junquera und 10.000 die Grenze zu Irún passieren. "Für uns ist Frankreich nicht nur ein Zielland, sondern auch ein obligatorisches Transitland."

Bauernproteste auch in Belgien und Italien

In Belgien haben Landwirte unter anderem die Hauptautobahn nach Brüssel blockiert. Die Bauern demonstrieren für eine bessere Bezahlung sowie weniger Bürokratie. Man werde die Blockaden fortsetzen, bis die Regierung ihren Forderungen nachkomme, hieß es.

Auch in Italien gehen die Bauernproteste weiter – am dritten Tag in Folge. Hier richten sich die Demonstrationen gegen die Agrarpolitik der EU, höhere Steuern und Produktionskosten, ein zu geringes Einkommen sowie Kürzungen von Dieselsubventionen.

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