Trinkwasser aus Abwasser

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Von Christoph Debetseuronews
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In Nieuw-Amsterdam (Niederlande) haben Versuche begonnen, Trinkwasser aus aufbereitetem Abwasser herzustellen. Die Tests sind nach jahrelanger Projektentwicklung möglich. Zur Umsetzung war eine Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor, dem Privatsektor und Bildungseinrichtungen erforderlich.

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Klimawandel und Bevölkerungswachstum haben weltweit zu einem steigenden Bedarf an Trinkwasser geführt. Allerdings nimmt die Wasserverfügbarkeit unter anderem aufgrund von Dürre und Umweltverschmutzung ab. In Zukunft kann es notwendig sein, aufbereitetes Abwasser als zusätzliche Quelle zu nutzen, und in einigen Ländern wurden bereits einige Projekte gestartet, um die Qualität dieses Wassers zu testen. Dazu gehören die Niederlande.

Niederländische Wasserwirtschaftsbehörden, Wasserversorger und wissenschaftliche Einrichtungen haben ein mehrjähriges Projekt in Angriff genommen, um zu untersuchen, wie gereinigtes Abwasser als Trinkwasser verwendet werden kann. Nach Jahren der Entwicklung ist nun die Anlage bereit, die dieses Ziel erreichen kann. Die Tests begannen diese Woche in Nieuw-Amsterdam in der Provinz Drenthe.

Gefiltertes und gereinigtes Wasser zur Wiederverwendung

Die Forschung muss zeigen, ob es technisch möglich ist, ob Verbraucher es wollen und ob es nachhaltig ist. Es wird mindestens zwei bis drei Jahre dauern, bis aufbereitetes Abwasser aus dem Wasserhahn fließen kann.

„Das Abwasser wird in einem großen Tank gesammelt, nachdem Toilettenpapier und Ähnliches über Filter entfernt wurden. Das Wasser ist supersauber, es ist nichts mehr drin“, versichert NieuWater-Direktor Gerrit Veenendaal.

Projekte wurden auch in Namibia und Singapur gestartet

Jan-Peter van de Hoek, Professor für Trinkwassertechnik an der TU Delft, erklärte, dass in den Niederlanden sowohl die Einwohnerzahl als auch die Wirtschaftstätigkeit zunimmt, was zu einem Anstieg des Wasserverbrauchs führt, während gleichzeitig immer weniger Trinkwasser zur Verfügung steht. „Diese Projekte wurden bereits in mehreren anderen Ländern gestartet, Namibia macht es schon seit einiger Zeit und auch Singapur arbeitet daran. Aber in einem wasserreichen Land wie den Niederlanden ist das ein Sprung, den wir machen müssen“, glaubt van de Hoek.

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