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Israelische Angriffe auf Rafah gehen weiter: Erneut mehrere Dutzend Tote

Palästinenser fliehen aus der südlichen Gaza-Stadt Rafah während einer israelischen Boden- und Luftoffensive in der Stadt am Dienstag, 28. Mai 2024.
Palästinenser fliehen aus der südlichen Gaza-Stadt Rafah während einer israelischen Boden- und Luftoffensive in der Stadt am Dienstag, 28. Mai 2024. Copyright Jehad Alshrafi/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Copyright Jehad Alshrafi/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Johanna Urbancik mit AP
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Tag 236 des Krieges im Gazastreifen: Die israelischen Streitkräfte dringen in Rafah vor. Berichten zufolge wurden erneut Zeltlager angegriffen. Bei dem letzten Angriff wurden mindestens 21 Menschen getötet.

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Die israelischen Streitkräfte haben erneut neue Angriffe im südlichen Gazastreifen in Rafah durchgeführt. Mehrere Dutzend Menschen sind getötet worden. Medienberichten zufolge sind Panzer in das Zentrum der Stadt vorgedrungen, die bis vor kurzem als "sichere Zone" galt. Dies war der zweite Angriff dieser Art auf Zivilisten, die in Zelten Zuflucht gesucht hatten.

Al Jazeera zufolge sind israelische Panzer nun im im Süden Rafahs im Zentrum der Flüchtlingslager Yibna und Shaboura der Stadt stationiert. Lokale Quellen berichten, dass israelische Flugzeuge Bomben abwerfen, während gepanzerte Fahrzeuge mit schweren Maschinengewehren Häuser im Zentrum und im Westen der Stadt angreifen, so die Nachrichtenagentur Wafa.

Feldlazarett in Rafah evakuiert

Gestern evakuierten die Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS) das PRCS Al-Quds Feldlazarett aus dem Gebiet Mawasi in Rafah in das Gebiet Mawasi Khan Yunis, schrieb das PRCS in einem Beitrag auf X. "Diese Maßnahme wurde aufgrund der erhöhten Bedrohungslage durch die israelische Besatzung, der anhaltenden Artillerie- und Luftangriffe in der Umgebung und der vollständigen Evakuierung der Bewohner aus dem umliegenden Gebiet ergriffen."

Palästinenser erneut gezwungen, zu flüchten

Dutzende palästinensische Familien sind aus der südlichen Stadt Rafah im Gazastreifen geflohen, nachdem bei neuen israelischen Luftangriffen nach Angaben von Rettungskräften am Dienstag mindestens 16 Menschen getötet wurden.

Ein israelischer Angriff, der Anfang Mai begann, hat dazu geführt, dass fast eine Million Menschen aus Rafah geflohen sind, von denen die meisten bereits durch den Krieg zwischen Israel und der Hamas vertrieben worden waren. Sie suchen nun Zuflucht in Zeltlagern und anderen vom Krieg verwüsteten Gebieten.

Palästinenser fliehen aus der südlichen Gaza-Stadt Rafah während einer israelischen Boden- und Luftoffensive in der Stadt am Dienstag, 28. Mai 2024.
Palästinenser fliehen aus der südlichen Gaza-Stadt Rafah während einer israelischen Boden- und Luftoffensive in der Stadt am Dienstag, 28. Mai 2024.AP Photo/Abdel Kareem Hana

Am Freitag forderte der Internationale Gerichtshof Israel auf, seine Offensive in Rafah einzustellen. Dies ist eine Anordnung, zu deren Durchsetzung er nicht befugt ist.

"Rote Linie" sei nicht überschritten

Die Vereinigten Staaten und andere enge Verbündete Israels haben vor einer umfassenden Offensive in der Stadt gewarnt, wobei die Regierung Biden erklärte, dass damit eine rote Linie überschritten würde, und sich weigerte, Angriffswaffen für ein solches Unterfangen bereitzustellen.

Die USA haben die zivilen Todesopfer infolge eines israelischen Luftangriffs in Rafah verurteilt, aber erklärten, dass sie keine Änderung ihrer Israel-Politik planten.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates John Kirby erklärte gegenüber Reportern, dass Israel nicht gegen Bidens "rote Linie" für die Zurückhaltung zukünftiger offensiver Waffentransfers verstoßen habe, da es keine Bodeninvasion in die Stadt gestartet habe und dies nach Ansicht der USA auch nicht tun werde.

"Wir haben auch gesagt, dass wir keine größere Bodenoperation in Rafah sehen wollen, die es den Israelis schwer machen würde, gegen die Hamas vorzugehen, ohne großen Schaden anzurichten und möglicherweise eine große Anzahl von Toten zu verursachen. Das haben wir noch nicht gesehen", sagte er. 

Nach Angaben von Haaretz operiert zurzeit ein viertes Team auf Brigadeebene der israelischen Armee (IDF) an den Rändern der Stadt und entlang des Philadelphi-Korridors an der Grenze zu Ägypten. Al Jazeera zufolge sind nun insgesamt fünf Brigaden an der Operation in Rafah beteiligt. Eine israelische Brigade besteht im Durchschnitt aus mehreren Tausend Soldaten, normalerweise zwischen 2000 und 7000.

Saudi-Arabien wirft Israel "völkermordische Massaker" vor

In einem Beitrag auf X verurteilte das saudi-arabische Außenministerium Israels Vorgehen im Gazastreifen. "Saudi-Arabien verurteilt auf das Schärfste die anhaltenden völkermörderischen Massaker, die von den israelischen Besatzungstruppen ohne Abschreckung an der palästinensischen Bevölkerung verübt werden, indem sie weiterhin die Zelte der wehrlosen palästinensischen Flüchtlinge in Rafah angreifen," hieß es in der Erklärung. 

Vor dem Krieg im Gazastreifen haben Saudi-Arabien und Israel Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen geführt. Die Rhetorik gegenüber Israel hat sich aber innerhalb der letzten Monate verschärft und die Gespräche sind ins Stocken geraten. 

Laut Angaben der Times of Israel hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Forderungen abgelehnt, sich im Rahmen der Normalisierungsgespräche auf einen Weg zu einem künftigen palästinensischen Staat festzulegen.

Macron: Anerkennung von palästinensischem Staat muss zu einem "sinnvollen Zeitpunkt" kommen

Der französische Präsident sagte, er sei "absolut bereit", den palästinensischen Staat anzuerkennen. Er sagte, dass diese Anerkennung allerdings zu einem "sinnvollen Zeitpunkt" kommen muss. 

Bei einer Pressekonferenz in Meseberg mit Bundeskanzler Olaf Scholz sagte Macron: "Ich glaube, dass diese Anerkennung zu einem sinnvollen Zeitpunkt kommen muss, das heißt, zu einem Zeitpunkt, an dem sie Teil eines Prozesses ist, zu dem sich die Staaten der Region und Israel verpflichtet haben und der zu einem sinnvollen Ergebnis führen kann, auch auf der Grundlage einer Reform der Palästinensischen Behörde. Ich werde keine "emotionale" Anerkennung vornehmen."

Macrons Aussage kommt, nachdem Spanien, Irland und Norwegen gestern verkündet haben, dass sie den palästinensischen Staat anerkennen.

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