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Mit Solarenergie geht in Usbekistan die Sonne auf

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Von Galina PolonskayaFrank Weinert
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Usbekistan will bis 2030 bis zu 30 Prozent seines Stroms aus grüner Energie erzeugen. Mit 330 Sonnentagen im Jahr ist das Potenzial der Solarenergie riesig. Groß angelegte Solarprojekte locken internationale Privatinvestoren.

Usbekistan hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 30 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Und dabei soll die Sonnenenergie eine zentrale Rolle spielen. Groß angelegte Solarprojekte locken schon jetzt internationale Privatinvestoren in das Land in Zentralasien.

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Der Solarpark „Tutly“ ist eine der ersten Solaranlagen in Usbekistan. Er wurde komplett von dem französischen Unternehmen „Total Eren“ entwickelt. „Tutly“ liegt rund hundert Kilometer westlich der Stadt Samarkand. Im Juli 2022 ging die Anlage in Betrieb. Insgesamt haben die ausländischen Investoren in das Projekt rund 100 Millionen Euro gesteckt.

Total-Eren-Landesgeschäftsführerin Ayzada Seitniyazova ist von der Investition überzeugt: „Das Kraftwerk kann am Tag rund 130 Millionen Megawatt erzeugen. Das sind etwa 270.000 Kilowattstunden im Jahr, genug, um den Bedarf von 140.000 Haushalten zu decken. Usbekistan ist sehr interessant für Investitionen. Wir sehen große Perspektiven für unser Unternehmen und hoffen, dass wir uns in Usbekistan weiter entwickeln können.“

Die Solarmodule ändern hier alle zwei Minuten ihre Position. Sie folgen der Bahn der Sonne, um deren Energie optimal zu nutzen. „Total Eren“, das in Usbekistan weitere große Solarkapazitäten errichten will, brachte die neueste Solartechnologie mit, so Ayzada Seitniyazova: „Hier wird eine einzigartige ‚zweigesichtige‘, Technologie verwendet, bei der die Vorderseite der Module direktes Sonnenlicht empfängt und die Rückseite zusätzlich die vom Boden reflektierte Sonnenstrahlung.“

Die politischen und wirtschaftlichen Reformen in Usbekistan haben in den letzten Jahren den Weg für internationale Privatinvestitionen in erneuerbare Energieprojekte frei gemacht. Der Staat gibt langfristige Garantien für den Aufkauf von Ökostrom.

Ausschreibungen werden mit Unterstützung internationaler Organisationen organisiert. Die „International Finance-Corporation“ IFC, ein Mitglied der Weltbank-Gruppe, hilft Usbekistan bei der Strukturierung von Public-Private-Partnership-Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Zafar Khashimov, Senior Country Officer der IFC/Weltbankgruppe, sagt: „Bis heute wurden Projekte mit einer Gesamtkapazität von mehr als 1000 Megawatt in der Solarenergie umgesetzt, 800 Megawatt befinden sich im Stadium der Ausschreibung. Diese Ausschreibungen sind von großem Interesse für internationale Investoren. Wir haben es mit Investoren aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus China, Japan und Korea zu tun. Angesichts dieses großen Interesses können wir sehr wettbewerbsfähige Stromtarife bekommen.“

Auch in Usbekistan nutzen kleine und mittlere Unternehmen die Sonnenenergie. Auf diesem Bauernhof in der Nähe von Samarkand wird die Solarenergie bei der Bewässerung von Gemüse und anderen Pflanzen genutzt.

Mit Solarpaneelen Steuern sparen

Der Parkplatz einer Nähfabrik in Samarkand: Die auf dem Dach installierten Solarpaneele helfen, Geld zu sparen. Für die Quadratmeter, auf denen sie montiert sind, zahlt die Fabrik zehn Jahre lang keine Grundsteuer.

Aziz Akhrarov, Generaldirektor von Samarkand Apparel, sieht einen weiteren Vorteil des Solarstroms: „Es gibt eine steigende Nachfrage nach Waren, die mit sozialer Verantwortung des Herstellers produziert werden. Die Verwendung von energiesparenden Ressourcen ist eine der Anforderungen der modernen Käufer. Sie werden das Produkt kaufen, das dort hergestellt wird, wo man sich um die Natur kümmert.“

Der Staat hat vor kurzem die digitale Online-Plattform „energymarket.uz“ ins Leben gerufen. Sie ermöglicht es Besitzern von Privathäusern, Sonnenkollektoren mit zinslosen Krediten zu kaufen oder bis zu 30 Prozent des Geldes zurückzubekommen, wenn sie alles auf einmal bezahlen. Elzod Rakhmanov vom Energieministerium Usbekistans erklärt: „Diese Initiative ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung der Republik wächst. Die Wirtschaft wächst und damit die Nachfrage der Bevölkerung nach Strom. Das macht den stärkeren Einsatz alternativer Energien nötig“.

Solarenergie als Strom-Problemlöser

Laziz Khasanov aus Taschkent hat die neue digitale Plattform schon genutzt und produziert eifrig Solarstrom. Jetzt, im Winter, produzieren seine Solarzellen bis zu 25 Megawatt am Tag. Im Sommer könnte es doppelt so viel sein. Den überschüssigen Strom will Laziz an den Staat verkaufen. Er ist überzeugt vom Solarstrom: „Derzeit gibt es auf der ganzen Welt ein Energie- und Stromproblem. Die Sonnenkollektoren entlasten das System. Das ist grüne Energie. Das ist unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder und künftiger Generationen.“

Auch auf den Dächern vieler staatlicher Gebäude in Usbekistan sind Sonnenkollektoren installiert. Usbekistan hat durchschnittlich 330 Sonnentage im Jahr. Das Potenzial für Solarenergie ist also enorm. Das Land will in den kommenden Jahren ein Maximum an Solarenergie nutzen, so Energieminister Jurabek Mirzamakhmudov: „Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, vor allem, weil wir ein grünes Zertifikat, eine grüne Komponente für unsere Produkte brauchen. Zweitens geht es um Ökologie, um Umweltschutz, um die Verringerung der CO2-Emissionen, und drittens um einen wirtschaftlichen Vorteil. Das heißt, Strom zu produzieren mit der maximalen Nutzung des Solarpotentials.“

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