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Lebensmittel auf dem Müll: Wie wir es schaffen, weniger Essen zu verschwenden

Kisten mit Toamten - Weltweit werden zu viele Lebensmittel weggeworfen
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Noch immer landet zu viel Essen auf dem Müll - während 2,4 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu Nahrungsmitteln haben. Doch es gibt Initiativen, die dieser Dynamik entgegenwirken.

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Im Kampf gegen den Klimawandel setzen Hotels und Restaurants auf nachhaltige Lebensmittel. Wir treffen die Menschen hinter der Net Zero-Initiative – die Treibhausgas-Emissionen so bald wie möglich auf "Netto Null" zu senken.

Nachhaltige Lebensmittel sind im Trend. Und Regierungen und internationale Organisationen drängen darauf, unsere Ernährung umzustellen, um unserem Planeten zu helfen.

Doch was ist mit großen Unternehmen, die viel mehr Ressourcen verbrauchen als einzelne Personen?

Zu viel Essen landet auf dem Müll

Die Vereinten Nationen haben deshalb diverse Nachhaltigkeitsziele festgelegt. So fordert die Uno eine Welt ohne Hunger bis zum Jahr 2030. Zudem sollen Unternehmen ihren Teil dazu beitragen, 2,4 Milliarden Menschen zu helfen, die keinen regelmäßigen Zugang zu Nahrungsmitteln haben.

Schätzungsweise 17 Prozent aller den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Verfügung stehenden Lebensmittel werden verschwendet. Das sind rund 931 Millionen Tonnen potenzieller Mahlzeiten. Die Uno fordert Bürger:innen, Unternehmen und Regierungen auf, gemeinsam weniger Essen wegzuwerfen - und eine kreislauforientiertere Wirtschaft zu fördern.

Handlungsbedarf besteht auch deshalb, weil die nationalen Anstrengungen zur CO2-Reduzierung derzeit nicht ausreichen, um die Erderwärmung aufzuhalten - und bis 2050 eine Welt ohne Treibhausgasemissionen zu schaffen.

Lasst uns die Dinge kochen oder verwenden, die wir in unserem Schrank und in unserer Küche haben.
Leyla Fathalla
Starköchin

Euronews sprach mit jemandem, die in dieser Angelegenheit eng mit den Vereinten Nationen zusammengearbeitet hat: Leyla Fathalla - Starköchin und UN-Beauftragte für Lebensmittelverschwendung. Wir fragten sie, wie Köche ihren Beitrag leisten können?

Leyla Fathalla: "Fangen wir mit dem Einkauf an. Wenn wir für unsere Rezepte einkaufen gehen, sollten wir unsere Woche im Voraus planen. Wir kaufen unsere Zutaten entsprechend der Liste der Rezepte ein, die wir in dieser Woche kochen werden. So kaufen wir nichts, was am Ende der Woche im Müll landet." Die Starköchin sagt, dass man "wie in der Mathematik" den Verbrauch in den Familien berechnen und dementsprechend kochen müsse: "Lasst uns die Dinge kochen oder verwenden, die wir in unserem Schrank und in unserer Küche haben, bevor wir etwas anderes machen. Auf diese Weise vermeiden wir Lebensmittelverschwendung."

Lebensmittelverschwendung während des Ramadan

Anfang des Jahres besuchte Euronews Waldorf Astoria in Katar, um zu sehen, was passiert, wenn eine internationale Hotelkette eine Nachhaltigkeitsstrategie für Lebensmittel einführt. Dort sprachen wir mit Emma Banks und David Jackson, die sich beide mit dem Thema Lebensmittelverschwendung beschäftigen.

"Studien zeigen, dass die Lebensmittelverschwendung während des Ramadan und bei anderen Festen um 25 bis 50 Prozent zunehmen kann", sagt Banks. Dies sei "ein ernstes Problem". Man wollte herausfinden, "wie wir unseren Ramadan nachhaltiger gestalten können, und haben die Idee dazu entwickelt. Wir haben in unseren Hotels begonnen, die Iftar- und Suhoor-Angebote nachhaltiger zu gestalten. Das soll die Gäste anregen, über Lebensmittelverschwendung nachzudenken. Wir sind Partnerschaften mit lokalen landwirtschaftlichen Betrieben eingegangen, um so viele regionale und pflanzliche Produkte wie möglich zu verwenden - was wiederum CO2 minimiert, da wir die Lebensmittelmeilen reduzieren."

Banks erklärt weiter, dass man sich auch bemühe, "so wenig Plastik wie möglich" zu verwenden. "Wir haben uns mit Winnow zusammengetan und deren KI-Technologie genutzt, um Abfälle zu verfolgen, damit wir einen Einblick bekommen, wie wir es in Zukunft schaffen, dass weniger Lebensmittel auf dem Müll landen."

Jackson sagt, dass man KI-Tools bei Winnow entwickle, "die Köchen helfen, ihre Küche profitabler und nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Wir bringen der Maschine bei, die Lebensmittel, die in unseren Küchen weggeworfen werden, zu erkennen. Wir arbeiten mit Tausenden von Köchen in 67 Ländern zusammen."

Man freue sich über die Partnerschaft mit Hilton im Rahmen der Green Ramadan-Kampagne, "bei der unsere Daten den Teams dabei helfen, zu erkennen, wo Lebensmittel verschwendet werden." Bestimmte Artikel und Bereiche ihrer Buffets könnten so optimiert werden, "was weniger Lebensmittelverschwendung bedeutet und gleichzeitig mehr Zufriedenheit unter den Gästen".

EU-Konferenz zu mehr Nachhaltigkeit

Die Grüne Woche der EU, die zu Beginn des Monats stattfand, bietet die Gelegenheit, Kommunen und Organisationen in Europa zu ermutigen, zukünftig mehr für unsere Umwelt zu tun.

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Euronews hatte die Gelegenheit, mit dem Umweltsprecher der EU, Adalbert Janhz, zu sprechen. Er erklärte, warum diese Veranstaltung so wichtig für die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit ist.

"Die Grüne Woche der EU wird von uns seit etwa 20 Jahren organisiert", so Jahnz. Der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung sei es, Politikerinnen und Entscheidungsträger aus ganz Europa zu einer großen Konferenz in Brüssel zusammenzubringen, "um zu diskutieren, wie wir in der Umweltpolitik im Allgemeinen vorankommen". Dies sei "wirklich wichtiger Moment, sich gemeinsam mit mehr Nachhaltigkeit zu beschäftigen", sagt Jahnz.

"Der EU Green Deal ist die Priorität der Kommission und das aus gutem Grund." Denn man habe nur ein kleines Zeitfenster - "genau jetzt, um eine nachhaltigere Welt zu schaffen, in der unser Wohlstand gewährleistet wird, ohne Natur und Klima zu zerstören".

Europa auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft?

Mit dem Ziel der UN, bis 2030 eine Welt ohne Hunger zu schaffen, sind alle Unternehmen aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten. Doch noch immer werden jedes Jahr fast eine Milliarde Tonnen nicht verkaufter, einwandfreier Lebensmittel verschwendet.

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Um Wege zu finden, die 2,4 Milliarden Menschen zu ernähren, muss sich die Art und Weise, wie die Welt Geschäfte macht, grundlegend ändern.

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