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Babynahrung-Rückruf: Großbritannien untersucht Cereulid-Verdacht bei sechsunddreißig Babys

Archivbild: Olivia Godden bereitet am Freitag, dem 13. Mai 2022, ein Fläschchen Säuglingsnahrung für ihren kleinen Sohn Jaiden zu.
Archivfoto: Olivia Godden bereitet am Freitag, dem 13. Mai 2022, eine Flasche Säuglingsnahrung für ihren kleinen Sohn Jaiden zu. Copyright  ASSOCIATED PRESS
Copyright ASSOCIATED PRESS
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Weltweit laufen Rückrufe für Babymilchpulver. Im Vereinigten Königreich sind inzwischen sechsunddreißig mögliche Vergiftungsfälle bestätigt.

Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency hat sechsunddreißig Meldungen über Kinder bestätigt, deren Symptome auf eine Vergiftung mit Cereulid nach dem Verzehr verunreinigter Säuglingsnahrung hindeuten.

Die Meldungen kommen inmitten eines weltweiten Skandals um Belastungen mit dem Cereulid-Toxin bei großen Molkereikonzernen und umfangreiche Produktrückrufe.

Nestlé und Danone haben in Großbritannien seit den ersten Hinweisen auf eine Verunreinigung bestimmte Chargen ihrer Säuglingsnahrung zurückgerufen – der jüngste Rückruf erfolgte in dieser Woche.

Großbritannien ist nicht das einzige Land, das möglichen Zusammenhängen zwischen dem Verzehr der zurückgerufenen Milch und erkrankten Babys nachgeht.

In Frankreich untersuchen die Behörden den Tod von zwei Babys, die Milchpulver aus einigen der im Land zurückgerufenen Chargen bekommen hatten. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen dem Produkt und der Todesursache ist bislang nicht nachgewiesen.

Die flämische Regionalregierung in Belgien meldete, dass im Januar 2026 ein Baby nach dem Verzehr verunreinigter Nestlé-Produkte erkrankte.

Mit Stand sechsten Februar erklärt Nestlé, dem Unternehmen lägen keine ärztlichen Berichte vor, die einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und seinen Produkten bestätigen.

Die Rückrufe gehen weiter

Ein Großteil der Rückrufe erfolgte bereits im Januar, doch Molkereikonzerne nehmen weiterhin Produkte aus dem Handel.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kündigte in dieser Woche an, erstmals EU-weit geltende Grenzwerte für Cereulid in Säuglingsnahrung festzulegen.

Sie legte eine sogenannte Akute Referenzdosis (ARfD) fest. Sie beschreibt die Höchstmenge des Toxins, die ein Baby innerhalb eines Tages aufnehmen darf, ohne mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Der Grenzwert liegt bei 0,014 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Für ein rund vier Kilogramm schweres Neugeborenes entspricht das etwa 0,056 Mikrogramm pro Tag aus sämtlicher Säuglingsnahrung.

Nestlé begrüßte diese Bewertung und betonte, die firmeninternen Grenzwerte lägen weiterhin unter den neuen Richtlinien.

Was ist Cereulid?

Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von Bacillus-cereus-Bakterien gebildet wird, die in Lebensmitteln wachsen können.

Die häufigsten möglichen Anzeichen einer Cereulidvergiftung sind Erbrechen und Durchfall kurz nach dem Trinken der Milch, meist zwischen dreißig Minuten und drei Stunden. Die Beschwerden ähneln stark einer Magen-Darm-Grippe.

Die Verunreinigung wurde auf einen einzigen chinesischen Zulieferer von ARA-Öl (Arachidonsäure) zurückgeführt, einem wichtigen Bestandteil hochwertiger Säuglingsnahrung.

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