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"Unter Kontrolle aber nicht gelöscht": Wie ist die Lage bei den Waldbränden in Frankreich?

Am Fuß der Dune du Pilat Zerstörung: 5 Campingplätze und zehntausende Hektar Pinienwald sind in Frankreich in den vergangenen 12 Tagen niedergebrannt.
Am Fuß der Dune du Pilat Zerstörung: 5 Campingplätze und zehntausende Hektar Pinienwald sind in Frankreich in den vergangenen 12 Tagen niedergebrannt.   -   Copyright  Bob Edme/AP
Von Alexandra Leistner  mit afp

Nach dem Waldbrand im Urlaubsort La-Teste-de-Buch ist auch das Feuer in Landiras unter Kontrolle. Das meldet am Montagmorgen die Präfektur der Region Nouvelle-Aquitaine und Gironde: "Nach 12 Tagen erbitterten Kampfes gegen die Flammen gibt die Präfektin Fabienne Buccio bekannt, dass das Feuer in #Landiras nun fixiert ist, ebenso wie das Feuer in #LaTestedeBuch seit Samstag".

20.800 Hektar Pinienwald sind seit Mitte Juli in der Gironde vernichteten worden. Die Brände mit viel Rauchbildung führten zudem zur Evakuierung von rund 36.000 Menschen.

Alle Bewohner, die aus den Dörfern rund um den Brand, der sich etwa 40 km südlich von Bordeaux ereignet hatte, fliehen mussten, "werden in ihre Häuser zurückkehren können", so die Präfektin Fabienne Buccio.

"Dank des Einsatzes der Feuerwehr und aller mobilisierten Akteure konnten Menschenleben bewahrt werden (keine Opfer), materielle Schäden begrenzt werden (Tausende von Gebäuden und Häusern wurden bewahrt) und eine Ausbreitung auf das gesamte Waldmassiv verhindert werden."

Auch der Zugang zu Waldgebieten, der per Erlass in 158 Gemeinden galt, wurde aufgehoben. Zudem fallen die Temperaturen zu Beginn dieser Woche in der Region am Atlantik: Die gesamte Woche bleiben die Höchsttempera33turen um die 30 Grad, meist sogar darunter.

Das zweite Feuer, das am 12. Juli in La Teste-de-Buch an der Bucht von Arcachon ebenfalls die Gironde heimsuchte und 7.000 Hektar Wald verwüstete, war bereits am Samstag von der Präfektur für "fixiert" erklärt worden.

"Achtung, die Brände sind fixiert. Sie sind jedoch nicht gelöscht. Das bedeutet, dass es keine aktiven Herde mehr gibt", so die Präfektin. Sie sprach von "zwei Bränden, die aufgrund der extremen Wetterbedingungen und der mobilisierten Mittel zu ihrer Eindämmung nicht der Norm entsprechen".

Die erste Bilanz der Brände lautet: "Bis zu 3.000 Feuerwehrleute aus der Gironde und 1.200 Feuerwehrleute aus 60 Departements waren im Einsatz".

Die Feuerwehr der Region, die auf Facebook über ihren Einsatz informiert, sprach von "wenig Verschnaufpause für die Feuerwehrleute". Zahlreiche kleinere Brandstellen mussten gelöscht werden, auch aus der Luft käme weiter Unterstützung durch Canadairs und Hubschrauber. 

"Die Zahl der Einsatzkräfte an beiden Standorten ist nach wie vor hoch, um die Brände unter Kontrolle zu bringen und den letzten evakuierten Bewohnern die Rückkehr in ihre Häuser so schnell wie möglich zu ermöglichen. Auch wenn die Lage insgesamt günstiger ist als zu Beginn der Woche, ist weiterhin Wachsamkeit geboten."

Bob Edme/AP
Die Brände sind zwar nicht gelöscht, es gebe aber keine weiteren Brandherde zu bekämpfen derzeit.Bob Edme/AP

Löschen kann "mehrere Wochen" dauern

Noch am Sonntag waren rund 1.200 Feuerwehrleute im Einsatz,  25 wurden während der Arbeiten "glücklicherweise nur leicht" verletzt, so Buccio. "Die Bilanz ist positiv, weil keine Opfer" in der Bevölkerung, "es wurden fünf Häuser von den fast 2.800 gefährdeten zerstört",.

Der Chef der Feuerwehr des Departements Gironde (Sdis 33), Marc Vermeulen, erklärte seinerseits, dass man "erst einmal die Brände in den Griff bekommen muss, hoffentlich in dieser Woche. Aber das eigentliche Löschen kann mehrere Wochen dauern und hängt auch von den Wetterbedingungen ab".

Nach Ansicht der Feuerwehr ist ein Feuer "eingedämmt", wenn sie glaubt, dass es nicht mehr weitergeht. Dann wird er "unter Kontrolle" gebracht, "gelöscht" und muss anschließend "überwacht" werden.

Bei diesen beiden Bränden erklärte Vermeulen, dass immer noch "drei Kolonnen mit Verstärkung außerhalb des Departements" sowie "Mittel aus der Luft: zwei Hubschrauber und zwei Canadair" bereitstanden.

Der Feuerwehrchef begrüßte auch "die nationalen Anstrengungen und das Ausmaß der Hilfe, die die Feuerwehr erhalten hat", dies zeige, "dass "der französische Mechanismus der zivilen Sicherheit in der Lage ist, auf diese außergewöhnlichen Situationen zu reagieren."

Die 20.800 Hektar, die während der zwölf Tage in Landiras verwüstet wurden, entsprechen der doppelten Fläche des Stadtkerns von Paris.

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Ein vollständig ausgebranntes Auto steht am Campingplatz Les Flots Bleus in Pyla-sur-Mer, nahe Arcachon an der französischen Atlantikküste.Bob Edme/AP