Die EU will mit neuen Maßnahmen die öffentliche Gesundheit schützen. Hintergrund sind wachsende Sorgen über sogenannte Ewigkeitschemikalien.
EU-weiter Schutz vor „Ewigkeitschemikalien“ im Trinkwasser gilt nun offiziell. Er gibt den Mitgliedstaaten die nötigen Regeln und Instrumente, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Die neuen Auflagen traten am zwölften Januar in Kraft. Erstmals werden PFAS-Werte systematisch überwacht.
Damit müssen alle EU-Länder die Belastung messen und prüfen, ob sie die neuen Grenzwerte der überarbeiteten Trinkwasserrichtlinie einhalten. Sie definiert, wann Wasser für den menschlichen Gebrauch als sicher und sauber gilt.
Was sind „Ewigkeitschemikalien“?
PFAS sind eine Gruppe von mehr als 10 000 synthetischen Chemikalien. Man findet sie fast überall auf der Erde – vom Gipfel des Mount Everest bis hin zum menschlichen Blut.
Sie heißen im Volksmund „Ewigkeitschemikalien“, weil sie sich in der Natur oft erst nach mehr als tausend Jahren abbauen. PFAS machen Produkte wasser- und fettabweisend, etwa Antihaft-Kochgeschirr, Kleidung und Lebensmittelverpackungen.
Dauerhafte Belastung mit Ewigkeitschemikalien wird mit bestimmten Krebsarten, geringerer Fruchtbarkeit und Problemen des Immunsystems in Verbindung gebracht. Forschende warnen, dass diese menschengemachten Stoffe eingeatmet, verschluckt und sogar über die Haut aufgenommen werden können.
In Europa leben schätzungsweise rund 12,5 Millionen Menschen in Gemeinden mit PFAS-belastetem Trinkwasser.
Die EU geht gegen PFAS vor
Nach den neuen Regeln müssen EU-Länder PFAS im Trinkwasser überwachen und ihre Ergebnisse der Europäischen Kommission melden.
Die Kommission spricht von einem einfacheren Meldesystem als unter der alten Trinkwasserrichtlinie. Es verringert die Datenmenge, die erhoben werden muss.
Werden Grenzwerte überschritten, müssen die Mitgliedstaaten handeln. Sie sollen PFAS senken, die Öffentlichkeit informieren und die Gesundheit schützen.
Dazu könne man kontaminierte Brunnen schließen, zusätzliche Aufbereitungsschritte einführen oder die Nutzung von Trinkwasservorräten einschränken, solange die Überschreitungen anhalten, so die Kommission.
Die Verschärfung folgt kurz nach dem Verbot in Frankreich: Verkauf, Produktion und Einfuhr von Produkten mit Ewigkeitschemikalien sind untersagt, sofern es bereits Alternativen gibt. Im ersten Entwurf sollten auch Antihaft-Kochtöpfe verboten werden. Diese Passage strich man später nach Berichten über intensives Lobbying des französischen Herstellers Tefal.
Eine wachsende Sorge in Europa
„PFAS-Verschmutzung ist in ganz Europa eine wachsende Sorge fürs Trinkwasser“, sagt Jessika Roswall, Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft.
„Mit harmonisierten Grenzwerten und verpflichtender Überwachung haben die Mitgliedstaaten jetzt die Regeln und Instrumente, um PFAS rasch zu erkennen und zu bekämpfen und so die öffentliche Gesundheit zu schützen.“