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"1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang."

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"1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang."
Von Euronews  mit dpa

Siebzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert das Deutsche Historische Museum in Berlin an die unmittelbare Nachkriegszeit in Europa. 1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang. Zwölf Länder Europas nach dem Zweiten Weltkrieg heißt die Ausstellung. Mit mehr als 500 Objekten, Dokumenten und Schautafeln sowie Ton- und Bildzeugnissen will die Schau den Zustand Europas nach sechs Jahren Krieg, deutscher Besatzung und Verfolgung dokumentieren, wie Kuratorin Maja Peers erläutert.

Erschreckend ist immer wieder das Ausmaß an Verbrechen, die unter deutscher Besatzung stattgefunden haben

“Uns war es wichtig, aufzuzeigen, wo die Spezifika der einzelnen Länder sind. Was ist das ganz Spezielle für diese Nachkriegszeit, in dieser Nachkriegszeit für die Niederlande,
für Großbritannien, für die Sowjetunion, für Polen, wie unterschiedlich sind die Probleme? Aber auch durchaus zu zeigen, wo gibt es Parallelitäten, z.B. beim Umgang mit Kollaborateuren, vermeintlichen Kollaborateuren, Mittätern. “

Wie in den einzelnen Ländern mit Verlusten und Zerstörungen, mit Täterschaft und Kollaboration umgegangen wurde, illustrieren 36 ausgewählte Biografien.

Am Anfang der Schau steht die grausige Statistik:um die 50 Millionen Kriegstote in Europa, 13 Millionen Opfer von NS-Verbrechern, 40 Millionen Heimatlose, Vertriebene und “Displaced Persons”.

Babette Quinkert, Co-Kuratorin: “Erschreckend ist immer wieder das Ausmaß an Verbrechen, die unter deutscher Besatzung stattgefunden haben. Also die Verantwortung von Deutschland zu betonen, die dieses Land hatte im Zweiten Weltkrieg, für das, was in den anderen Ländern geschehen ist, das ist auch ein wichtiges Anliegen, jüngeren Besuchern noch einmal deutlich zu machen, dass der Krieg von Deutschland ausgegangen ist, dass Deutschland für viele Verbrechen verantwortlich ist.”

Die Ausstellung hat seit ihrer Eröffnung auch für kritische Stimmen gesorgt. Bemängelt wird vor allem, dass Süd- und Südosteuropa ausgespart wurde. Weder Italien, Griechenland noch die Balkanländer sind ein Thema.

Zu sehen ist die Schau im Deutschen Historischen Museum in Berlin bis zum 25. Oktober 2015.