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"Der europäische Traum": Popband Phoenix tritt wieder auf

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Phoenix tritt beim IHeartRadio Music Festival auf (Archivbild, 2013)
Phoenix tritt beim IHeartRadio Music Festival auf (Archivbild, 2013)   -   Copyright  Powers Imagery/Powers Imagery/Invision/AP
Von Katharina Sturm

Sie sind eine der wenigen europäischen Bands, die Amerika erobert haben. Phoenix, aus Versailles in Frankreich, machen seit 20 Jahren zusammen Popmusik. Nach zwei Jahren, in denen sie nicht auf Tournee gehen konnten und fünf Jahre nach ihrem letzten Album, kehrt die Gruppe diesen Sommer und Herbst endlich zurück auf die Bühne.

Euronews hat die Gitarristen der Band bei ihrer ersten Show in Lyon getroffen - an einem Ort, den sie lieben, dem Amphitheater Fourvière.

Christian Mazzalai ist Gitarrist und einer von vier Mitgliedern der Band. Er erzählt, dass sie schon zwei Mal in dem Amphitheater Fourvière gespielt haben und keine Sekunde gezögert haben, als sie gefragt wurden, ob sie wieder kommen wollen. Sie hätten direkt zugesagt, weil es ideal sei, um ihre neue Tournee zu beginnen, so der Gitarrist. Sein Bandkollege und Bruder Laurent Brancowitz ist ebenfalls Gitarrist in der Band und beschreibt das Amphitheater als magisch. Auch Mazzalai sagte, dass es sich um einen seiner Lieblingsorte auf der Welt handle.

Owen Sweeney/2017 Invision
Die Mitglieder von Phoenix besuchen das Radio 104.5 Performance Theater (Archivbild, 2017)Owen Sweeney/2017 Invision

Die Musik der Band ist eng mit der Geschichte Europas verbunden. Daher ist es für die Mitglieder sehr emotional, in einem römischen Theater zu spielen.

Phoenix bezieht sich in ihrer Musik auf einige klassische Referenzen. So werden beispielsweise Wolfgang Amadeus Mozart oder Franz Liszt in ihren Alben zitiert. Die Mitglieder der Gruppe tragen die europäische Kultur in ihren Genen.

Ein Großteil der Mitglieder sind Kinder von Europäern. Laurent und Christians Eltern sind Italiener und Deutsche. Bei Sänger Thomas, sei das genauso, erklären die zwei. "Wir sind wirklich die Produkte dieser Mischung aus europäischer Kultur", erzählt Laurent Brancowitz. "Unser Ziel war es immer", sagte er "Europa so zu verinnerlichen, wie es Kraftwerk tat: Sie waren die ersten, die nicht über die Vereinigten Staaten, den amerikanischen Traum, sprachen, sondern über den europäischen Traum; Sie sangen auf Englisch über europäische Themen - sie waren zutiefst europäisch."

Charles Sykes/Charles Sykes/Invision/AP
Thomas Mars (rechts) und Laurent Brancowitz der Band Phoenix treten beim Budweiser Made in America Festivals auf (Archivbild, 2013)Charles Sykes/Charles Sykes/Invision/AP

Auf der Bühne in Lyon präsentiert die Gruppe ihre neueste Single Alpha Zulu, während ihre Fans noch auf das in naher Zukunft erscheinende Album warten müssen. Phoenix ist bekannt dafür, sowohl im Studio gut zu funktionieren, als auch auf der Bühne. Mazzalai erklärt, dass im Studio alles immer sehr durchdacht ist, während es auf der Bühne schon mal schnell gehen kann". Die Arbeit im Studio und der Auftritt auf der Bühne seien zwei "völlig gegensätzliche Universen, die sich gegenseitig beeinflussen und stärken", so Mazzalai.

Für Laurent Brancowitz bleibt der Job nach all den Jahren immer noch der selbe. Man muss auf die Bühne gehen und vor dem Publikum spielen. "Und dann passiert plötzlich etwas Magisches", so der Gitarrist. Man glaube, dass alles, was man auf der Bühne sieht und hört, wahr ist. So wie man bei einem traurigen Theaterstück weint, obwohl man weiß, dass es nicht echt ist, erklärt Brancowitz. Bei der Musik sei das genauso. Wenn der Künstler endlich auf die Bühne kommt, wird er fast schon göttlich", erklärt er.

Phoenix spielte vor kurzem auch auf dem Primavera Sound Festival in Barcelona. Im Herbst wird die Band dann wieder in den großen Hallen der europäischen Hauptstädte zu sehen sein.