Festumzüge in Spanien, "Galettes des Rois" in Frankreich: Traditionen zum Dreikönigstag in Europa

Festumzug zum Dreikönigstag in Madrid
Festumzug zum Dreikönigstag in Madrid   -  Copyright  AP Photo/Bernat Armangue
Von Julika Herzog  mit AP

Der 6. Januar, der christliche Feiertag Heilige Drei Könige, wird in ganz Europa mit verschiedenen Traditionen begangen. Die katholische Kirche feiert an diesem Tag das Epipha­nias-Fest, dem Tag an dem die Weisen aus dem Morgenland nach Betlehem kamen, um dem neugeborene Jesus Christi Geschenke zu bringen.

Umzug und Geschenke zum Dreikönigstag in Spanien

In Spanien gibt es am Vorabend des Dreikönigstages traditionell Umzüge mit Darstellern der biblischen Heiligen aus dem Morgenland, die sogenannten Cabalgatas. In Madrid und überall in Spanien sitzen dabei Caspar, Melchior und Balthasar jeweils in einem Prunkwagen und werfen Süßigkeiten in die Menge, was vor allem die Kinder ungeduldig erwarten.

Diese Umzüge bereiten den Höhepunkt der Weihnachtsfeiern in Spanien vor, wo es erst am Dreikönigstag die ersehnten Weihnachtsgeschenke gibt.

"Galettes des Rois"- Königskuchen in Frankreich und Belgien

In Belgien - wie auch in Frankreich - wird zu Heilige Drei Könige traditionnel der "Galettes des Rois", der Königskuchen serviert- ein Blätterteig-Kuchen mit Marzipan oder Apfelmus gefüllt.

Die Stücke werden damit es gerecht zugeht vom dem oder der Jüngsten am bzw von unter dem Tisch versteckt anonym verteilt. Denn einer oder eine findet in dem zugeteilten Kuchenstück die begehrte "Fève", eine im Kuchen versteckte kleine Porzellan-Figur. Der oder die Glückliche wird dann zum König oder zur Königin gekührt und bekommt eine Papierkrone.

Genau deswegen gibt es übrigens im "Galette des Rois" des französischen Präsidenten-Palasts Elysée keine « Fève » (auf deutsch: Bohne). Denn ganz in Achtung der republikanischen Prinzipien darf der Präsident auf keinen Fall König werde! 

Welche Bräuche gibt es zu Heilige Drei Könige in Deutschland?

Dreikönigsspiele und Sternsingen waren bis zur Reformation üblich. Übrig blieb nur das Sternsingen, auch heute noch ziehen in katholischen Gegenden drei als Könige verkleidete Kinder von Haus zu Haus, singen Lieder und schreiben mit Kreide die Formel C+M+B auf die Türen, für die Namen Caspar, Melchior und Balthasar.

Im Lateinischen bedeutet das aber auch "Christus mansionem benedicat", was soviel heißt wie: Christus schütze die­ses Haus.

Seit 2015 zählt das Sternsingen sogar zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.