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Julio Iglesias: Zwei Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung vor – und arbeiten weiter für ihn

Julio Iglesias
Julio Iglesias Copyright  Carlos Giusti/Copyright 2016 The AP. All rights reserved.
Copyright Carlos Giusti/Copyright 2016 The AP. All rights reserved.
Von David Artiles Garcia & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Zwei Frauen, die noch immer für Julio Iglesias arbeiten, erheben schwere Anschuldigungen. Amnesty International und Women’s Link sehen den Verdacht auf Zwangsarbeit und sexuelle Nötigung, verbunden mit Menschenhandel. Die Staatsanwaltschaft schützt die beiden als Zeuginnen.

Women's Link Worldwide und Amnesty International haben am Mittwoch auf einer Pressekonferenz Details zu einer Klage gegen den Sänger Julio Iglesias vorgestellt.

Wie Jovana Ríos, Sprecherin von Women's Link, erklärte, arbeiten die beiden Beschwerdeführerinnen weiterhin für den Künstler. Sie treten unter den fiktiven Namen Rebeca und Laura auf. Das macht das am 5. Januar eingeleitete Verfahren besonders komplex und für die Frauen riskant.

Abhängigkeit und Machtmissbrauch

Die Klage wurde bei der Staatsanwaltschaft der Audiencia Nacional in Spanien eingereicht. Sie stützt sich auf das Prinzip der Extraterritorialität. Beschrieben werden Vorfälle, die sich zwischen 2020 und 2021 an Wohnsitzen des Sängers in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas ereignet haben sollen.

Nach Einschätzung der Organisationen erfüllen die Schilderungen mehrere Straftatbestände. Genannt werden Menschenhandel zum Zweck der Zwangsarbeit und Leibeigenschaft sowie Belästigung, sexuelle Nötigung und Körperverletzung.

Die Anwältin Gema Fernández betonte das aus ihrer Sicht extreme Machtgefälle zwischen dem Sänger und den Arbeiterinnen. Amnesty International beschreibt die Frauen als rassifizierte Migrantinnen, die in Armut lebten und dadurch besonders verletzlich waren.

Die Vorfälle hätten sich in einem Klima der Einschüchterung ereignet, sagte Fernández. Zudem seien sie vor den Augen von Vorgesetzten geschehen. Mit diesem „strategischen Rechtsstreit“ wolle man die Straffreiheit durchbrechen, die Prominenz und großer Reichtum oft begünstigten.

Schutz für die Zeuginnen

Angesichts der Schwere der Vorwürfe und weil die Betroffenen weiterhin in dem Arbeitsumfeld des Beschuldigten seien, hat die Staatsanwaltschaft Laura und Rebeca bereits den Status geschützter Zeuginnen zuerkannt.

Zu den beantragten Schutzmaßnahmen gehört, jeden direkten Kontakt mit dem Sänger zu vermeiden. Außerdem sollen die Privatsphäre und die Familien der Frauen geschützt werden. Bei Aussagen sollen Protokolle greifen, die eine erneute Belastung oder Viktimisierung verhindern.

„Mein Ziel ist, dass keine Frau jemals wieder von ihm missbraucht wird“, sagte Laura über ihre Rechtsvertreter. Das Ermittlungsverfahren läuft unter strenger Geheimhaltung. Dennoch sind die Folgen in der Öffentlichkeit bereits spürbar: Der Verlag Libros del Asteroide kündigte an, die Biografie des Sängers nach den Anschuldigungen zu überarbeiten. Kulturminister Ernest Urtasun bezeichnete die Vorwürfe als „widerwärtig“ und erklärte, die Regierung prüfe, ihm offizielle Ehrungen abzuerkennen.

Die Staatsanwaltschaft der Audiencia Nacional hält das Verfahren geheim, um die Betroffenen zu schützen. Nach Einschätzung der Organisationen könnte der Fall wegweisend werden, weil er zeigt, wie Arbeitnehmerrechte auch bei reichen und prominenten Personen konsequenter kontrolliert und durchgesetzt werden müssen.

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