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Mikro-Stromnetze in den Alpen fördern erneuerbare Energien

Von Aurora Velez
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Mikro-Stromnetze in den Alpen fördern erneuerbare Energien
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**Alpenregionen leiden mehr als andere Gebiete unter Stromausfällen. In einem abgelegenen Tal im französischen Vercors wird der Strom lokal erzeugt. Ein Mikro-Energienetz, das aus erneuerbaren Energien gespeist wird, verteilt Strom an 38 Haushalte in einem Umkreis von 20 Kilometern. Darum geht es in dieser Smart-Regions-Folge.
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Die gemeinsame Nutzung von Energie durch kollektiven Eigenverbrauch in Saint Julien en Quint startete im September 2020. Die Solarpaneele sind Teil von Alpgrids, einem EU-Projekt, das die Energieautonomie abgelegener Alpenregionen verbessern soll.

Der Bauer ist Mitglied der Association Communale de Production d'Électricité Verte (ACOPREV). Die Energie aus dem lokalen Netzwerk garantiert Stabilität sowohl bei den Stromrechnungen als aus bei der Stromverteilung.

"Mit dem normalen Netz hatten wir manchmal Probleme mit der Stromversorgung", erzählt ACOPREV-Mitglied David Vieux. "Im Hinblick auf die lokale Produktion gehen wir davon aus, dass es in Zukunft keine Stromausfälle mehr geben wird."

Fakten & Zahlen

Alpgrids unterstützt sieben Pilotprojekte für lokale Energiekreisläufe in den Alpenregionen von fünf EU-Ländern in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und Slowenien.

Die Projekt-Gesamtkosten belaufen sich auf 1,88 Millionen Euro. Davon stammen 1,59 Millionen Euro aus der europäischen Kohäsionspolitik. 12 Partner nehmen daran teil.

In einigen der teilnehmenden Länder arbeiten die Pilotprojekte autonom ohne Anschluss an das allgemeine Netz. In Frankreich ist diese Option gesetzlich nicht vorgesehen. Dort stellt der Projektpartner Compagnie Nationale du Rhône das beste Verhältnis zwischen Produktion, wirtschaftlichem Gleichgewicht und Anschluss des Mikronetzes an die allgemeine Stromversorgung her.

Der CNR-Manager für innovative Projekte Guillaume Bontron erklärt: "Der kollektive Eigenverbrauch von Energie besteht darin, dass eine Gruppe von Bürgern ihre eigene lokal begrenzte Energie produziert. Wir wollen kein kleines isoliertes gallisches Dorf schaffen. Aber es ist eine Möglichkeit, lokale Energie zu gewinnen, die eventuell auch das Netz entlasten und Lösungen für mögliche Netzprobleme bietet."

Ein Beitrag zur Energiewende

Das Abenteuer begann, als drei ehemalige Bürgermeister - darunter Alain Vincent -, die sich für grüne Energie in ländlichen Gebieten einsetzen, den Gemeindeverband ACOPREV gründeten und sich Alpgrids anschlossen. Sechs Dörfer im Tal profitieren davon.

Auch ein Kloster aus dem 12. Jahrhundert soll mit Sonnenkollektoren ausgestattet werden. "Unser Ziel ist es, weitere Produktionsstätten zu entwickeln, damit wir 350 neue Abonnenten gewinnen", so der ACOPREV-Vizepräsident Alain Vincent. "Das entspricht einem Einzugsgebiet von 750 Einwohnern in allen sechs Gemeinden."

Alpgrids prüft die Ausweitung des Modells auf andere Regionen Europas.