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Ein Biosensor für die Landwirtschaft der Zukunft

Von Aurora Velez
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Ein Biosensor für die Landwirtschaft der Zukunft
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Food Screening EMR ist ein Interreg V Euregio Maas-Rhein-Projekt. Es will den regionalen Mittelstand der Agrar- und Ernährungswirtschaft beim Übergang zu einem nachhaltigeren, zukunftssicheren Geschäftsmodell unterstützen. Das EU-Projekt konzentriert sich auf drei verschiedene Bereiche: die Integration von Sensortechnologie in die landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, die Entwicklung von Lebensmittel- und Gesundheitsangaben zur Verbesserung der Produktplatzierung und die Erforschung neuer Anbautechniken, die gesündere Lebensmittelpflanzen hervorbringen.

Den Vitamingehalt von Obst und Gemüse in Echtzeit messen

Europa ist auf dem Weg in die Landwirtschaft der Zukunft. Das EU-Projekt Food Screening EMR unterstützt Hersteller und Produzenten in der Übergangsphase, wie hier in Holland. Man arbeitet an einem Biosensor, der in Echtzeit und auf dem Feld die Menge an Vitaminen bestimmt, die in diesen Gurken bzw. anderem Gemüse oder Obst enthalten ist.

Dank dieser Informationen können Landwirte Variablen wie die Luftfeuchtigkeit anpassen und die Nährstoffqualität ihrer Pflanzen verbessern. Die Rohdaten werden verständlich für die Bauern aufbereitet und sind auf einem Smartphone abrufbar. John Van Helden, Direktor & Eigentümer von Yookr, erzählt:

"Wenn man bisher wissen wollte, wie viel Vitamine in einem Gemüse oder einer Frucht enthalten sind, dauerte es Tage, bis man die Ergebnisse bekam: Die Messungen gingen ins Labor und mussten zurückgeschickt werden. Jetzt misst man das mit einem Sensor. Er liefert die Resultate innerhalb einer Minute." 

Die derzeitige Version des Biosensors erkennt das Vitamin im Nahrungsmittel anhand eines Farbcodes. An der Universität Maastricht entwickeln Forscher den chemischen Teil des Biosensors, das Rezeptor-Element, das den genauen Vitamingehalt auswertet. 

Fakten & Zahlen

Das Projekt-Budget beträgt 1,9 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird durch die Kohäsionspolitik der Europäischen Union finanziert. Etwa zehn Universitäten, Wissenschaftler und Unternehmen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sind beteiligt. 

Erzeuger und Verbraucher erfahren anhand dieser Technologie die Nährstoffqualität der einzelnen Lebensmittel: Ziel ist es, Produkte mit gesundheitsbezogenen Angaben zu versehen, um ihre Produktplatzierung auf dem Markt zu verbessern.

"Man will unter anderem wissen, wie viele Nährstoffe in den Nahrungsmitteln enthalten sind", meint Bart Van Grisven, Projeketleiter Food Screening EMR . "Die Angebote im Supermarkt sollen gesund sein, aber sind sie das auch wirklich? Ein Sensor, der einem schnell den Vitamin-C-Gehalt anzeigen kann, ist sehr nützlich."

Kommunikation ist bei dem Wandel zu einer fortschrittlichen Landwirtschaft wichtig. Der Brightlands Campus Greenport Venlo, ein auf gesunde Ernährung und die Zukunft der Landwirtschaft spezialisiertes Zentrum, ist dafür verantwortlich.

"Wir kontaktieren innovative Unternehmen, die etwas dafür tun wollen, dass der Verbraucher sich gesünder und bewusster ernährt, aber auch, um bei der Entwicklung von Innovationen zu helfen", erklärt Max Vogel, Geschäftsentwickler beim Brightlands Campus. "Wir ermuntern Unternehmen, sich an den Projekten zu beteiligen und dazu beizutragen, dass das Projekt bei der Gesellschaft ankommt."