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Umstrittener Vorschlag: Neue Genomische Techniken für die Landwirtschaft

Ein Traktor mit Anhaengern transportiert Strohballen von einem Feld bei Dachau in Bayern.
Ein Traktor mit Anhaengern transportiert Strohballen von einem Feld bei Dachau in Bayern. Copyright Matthias Schrader/AP2009
Copyright Matthias Schrader/AP2009
Von Stefan GrobeGrégoire Lory
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NGT ist die neue Abkürzung, die die Welt der Landwirtschaft und Gesundheit in Aufruhr versetzen könnte. Am Mittwoch legte die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Zulassung und Regulierung dieser Neuen Genomischen Techniken vor.

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NGT ist die neue Abkürzung, die die Welt der Landwirtschaft und Gesundheit in Aufruhr versetzen könnte.

Am Mittwoch legte die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Zulassung und Regulierung dieser Neuen Genomischen Techniken vor.

Nach Ansicht Brüssels könnten diese Innovationen die Entwicklung von Pflanzen ermöglichen, die widerstandsfähiger gegen den Klimawandel oder Parasiten sind.

Kurzum, NGTs könnten die Lebensmittelsicherheit erhöhen und die Nachhaltigkeit verbessern, was den Verbrauchern zugute kommt.

Und hier stimmt die Saatgutindustrie mit der Kommission überein.

"Wir können viel schneller sein, wir können viel gezielter sein, und damit können wir wahrscheinlich auch billiger sein", sagt Garlich von Essen, Generalsekretär von Euroseeds.

"So können wir unsere Züchtung fokussieren und uns auf die Bereiche konzentrieren, die für die Landwirte und die Verbraucher wirklich wichtig sind".

Das Prinzip dieser neuen Genomtechniken besteht darin, die bestehenden Genome einer Pflanzensorte zu mutieren, ohne Gene von außerhalb der Art hinzuzufügen.

Die Kommission betont, dass diese Innovation zum Beispiel den Einsatz von Pestiziden halbieren könnte.

Für Umweltorganisationen verbergen sich hinter diesem neuen Namen jedoch genetisch veränderte Organismen, die sich nicht trauen, ihren Namen auszusprechen.

"Vor einigen Jahren hat das höchste Gericht in Europa ein Urteil gefällt und ganz klar gesagt, dass neue genomische Techniken GVOs sind, rechtlich, politisch und wissenschaftlich", sagt Mute Schimpf, Lebensmittelaktivist bei Friends of the Earth Europe.

"Bislang gibt es nur sehr wenige Untersuchungen darüber, wie sie sich auf die Natur und die menschliche Gesundheit auswirken könnten. Und um es noch konkreter zu machen: Wenn man an Schmetterlinge, Bienen und Bestäuber denkt, gibt es noch keine umfassenden Untersuchungen darüber, ob sie beeinträchtigt werden könnten oder nicht. Wir sind der Meinung, dass man einige grundlegende Sicherheitsprüfungen durchführen sollte, bevor man sie in der Natur einsetzt."

Nach Ansicht von Umweltgruppen werden mit diesem Kommissionsvorschlag die Kennzeichnungsvorschriften und Sicherheitskontrollen aufgehoben, was zu einem Mangel an Transparenz für Verbraucher und Erzeuger führen könnte.

Die Debatte ist eröffnet, und es liegt nun an den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament, sich zu diesen neuen Technologien zu äußern.

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