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EU-Naturgesetz: Landwirte haben kritische Vorbehalte

Eine Gruppe von Marienkäfern auf einem Blatt
Eine Gruppe von Marienkäfern auf einem Blatt Copyright Paul Chinn/San Francisco Chronicle
Copyright Paul Chinn/San Francisco Chronicle
Von Stefan GrobeGrégoire Lory
Zuerst veröffentlicht am
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An diesem Dienstag werden alle Augen auf den Umweltausschuss des Europäischen Parlaments gerichtet sein, der erneut über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur abstimmen wird.

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Mitten in der europäischen Debatte über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur stellt sich Vincent Delobel einige Fragen.

Der belgische Landwirt hält auf seinem zwanzig Hektar großen Betrieb rund 70 Milchziegen.

Er hat den Familienbetrieb vor einigen Jahren übernommen und sich bereits dem ökologischen Landbau verschrieben.

Er hat nicht auf politische Entscheidungen gewartet, um seinen Betrieb in Richtung der Erhaltung von Ökosystemen zu lenken, etwa durch die Installation von Pflanzenschutzzäunen.

Delobel: "Diese Hecken beherbergen eine große Anzahl von Insekten, die für die Pflanzen von Nutzen sein können. Aber sie spenden auch Schatten für Tiere und Brennholz für das Haus. Dank ihres ausgedehnten Wurzelsystems tragen sie auch dazu bei, dass das Regenwasser tiefer in den Boden versickert, insbesondere bei extremen Witterungsbedingungen".

Für Vincent Delobel beginnt alles mit dem Boden. Seine Wiesen sind mit Gräsern und Hülsenfrüchtlern diversifiziert, immer mit dem Ziel, Ökosysteme wiederherzustellen.

Diese Vielfalt lockt mehr Insekten an, und die unterschiedlichen Wurzeln der einzelnen Pflanzen stärken den Boden gegen extreme Wetterbedingungen.

Er lässt seine Wiesen abwechselnd beweiden, um eine Erschöpfung des Bodens zu vermeiden.

Der Landwirt verfolgt aufmerksam die aktuellen Diskussionen im Europäischen Parlament über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, mit dem 20 Prozent der Land- und Meeresflächen in der EU wiederhergestellt werden sollen.

An vorderster Front unterstützt der belgische Züchter die Klimabestrebungen, wirft aber auch Fragen auf.

Delobel: "Unsere Vorbehalte (unsere Zweifel) beziehen sich eindeutig auf die Idee, Gebiete mit intensiver Produktion auf der einen Seite und andere Gebiete, in denen nichts mehr getan werden kann oder die ausschließlich dem Naturschutz, der Erhaltung gewidmet sind, zu trennen. Das ist absolut nicht unser Modell. Es geht vielmehr darum, Insekten, Bäume und Hecken in die landwirtschaftlichen und lebensmittelproduzierenden Ökosysteme zu integrieren und ihnen einen Platz und eine Rolle in der Lebensmittelproduktion und in der gesunden, nachhaltigen Versorgung mit unseren Lebensmitteln zu geben."

An diesem Dienstag werden alle Augen auf den Umweltausschuss des Europäischen Parlaments gerichtet sein, der erneut über diesen Text abstimmen wird.

Die Rechte und die extreme Rechte wollen diesen Vorschlag ablehnen, weil er die landwirtschaftliche Produktion und damit die Lebensmittelsicherheit gefährden würde.

Die Landwirte ihrerseits betonen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht genug Ressourcen gibt, um diesen Übergang erfolgreich zu gestalten.

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