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Leben retten mit einem neuen Testgerät für Hautkrebs

Mit Unterstützung von The European Commission
Leben retten mit einem neuen Testgerät für Hautkrebs
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Von Damon Embling
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Zwar sind die Überlebenschancen bei Hautkrebs gestiegen – aber auch die Häufigkeit nimmt zu: Ein einfacher Test beim Hausarzt hilft, Ressourcen und spätere Behandlungskosten zu sparen; denn die Früherkennung kann Leben retten.

Die Zahl der Krebserkrankungen in Europa nimmt zu. Nach EU-Angaben ist das Melanom der Haut die sechsthäufigste Krebsart. Das war der Stand der Fälle 2020 beim Europäischen Krebsinformationssystem ECIS.

In der lettischen Hauptstadt Riga soll ein von der EU finanziertes Projekt den Zugang zur Krebsfrüherkennung verbessern und Leben retten. Mit einem neuen tragbaren Detektionsgerät könnten Hausärzte nicht-invasive Routineuntersuchungen in ihren Praxen durchführen.

"Die Überlebensrate für das letzte Stadium des Melanoms liegt bei fünf Prozent oder weniger, während sie für das erste Stadium bei fast 100 Prozent liegt", erklärt Emīlija Vija Ploriņa Forscherin und Doktorandin, Institut für Atomphysik und Spektroskopie, Universität von Lettland. 

Forscher an der Universität von Lettland haben eine Technologie entwickelt, die mit Hilfe verschiedenfarbiger Lichter feststellt, ob eine Hautveränderung gut- oder bösartig ist. Dr. Ilze Ļihačova, leitende Forscherin am Institut für Atomphysik und Spektroskopie von der Universität von Lettland, erklärt:

"Rotes, gelbes oder blaues Licht reflektiert unterschiedlich, weil es in der Haut Blut und Melanin gibt, unterschiedliche Chromophore, das gibt uns unterschiedliche Informationen."

Ilze Ļihačova erklärt, wie das Gerät funktioniert
Ilze Ļihačova erklärt, wie das Gerät funktioniertFoto: Damon Embling

Veränderungen wie ein Leberfleck werden gescannt, wobei das Licht gefahrlos bis zu fünf Millimeter tief in das Gewebe eindringt. Die Bilder werden drahtlos zur Analyse an einen KI-Algorithmus gesendet, und die Ergebnisse stehen innerhalb von Sekunden in einem sicheren Cloud-System zur Verfügung. 

Der Proband ist wohlauf. Ein Bild zeigt, wie ein Melanom aussehen würde: "Wir erhalten erhöhte Werte, die rot und gelb sind, was darauf hinweist, dass ein Melanom in dieser Läsion wächst", so Emīlija Vija Ploriņa. 

Dem Probanden wurde geraten, sich jährlich vom Hautarzt untersuchen zu lassen. Ein Test beim Hausarzt könnte helfen, Ressourcen zu sparen, meint Valts Liepiņš: "Wenn mir ein bestimmtes Muttermal auffällt, kann man schnell herausfinden, ob es harmlos ist oder ob ich einen Hautarzt aufsuchen sollte."

An der Technischen Universität Riga haben Forscher die Hardware und die Verarbeitungstechniken entwickelt. Das Gerät wurde inzwischen an mehr als 4.000 Läsionen mit hoher Genauigkeit getestet. 

Professor Dr. Dmitrijs Bļizņuks ist von dem neuen Gerät überzeugt
Professor Dr. Dmitrijs Bļizņuks ist von dem neuen Gerät überzeugtFoto: Damon Embling

Dr. Dmitrijs Bļizņuks, leitender Wissenschaftler und außerordentlicher Professor am Institut für angewandte Computersysteme der Technischen Universität Riga:

"Dermatologen entnehmen bei Risikopatienten ein Stück Haut, schneiden es heraus und untersuchen es unter dem Mikroskop. Wir vergleichen das mit dem Resultat unseres Geräts, mit dem Ergebnis, dass 95 Prozent aller Melanome von unserem Gerät erkannt werden."

Zahlen & Ausblick

Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf etwas mehr als 645.000 Euro.

85 Prozent davon stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die lettische Regierung steuert 7,5 Prozent bei, den Rest übernehmen die beiden Universitäten.

Man hofft, dass die hier in Riga entwickelte Technologie in Zukunft auch andere Krebsarten und seltene Krankheiten aufspüren und so helfen kann, mehr Leben zu retten.

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