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Erstmals in Europa: Mit Laser gegen Epilepsie

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Erstmals in Europa: Mit Laser gegen Epilepsie

Erstmals in Europa: Mit Laser gegen Epilepsie
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Erstmals in Europa haben Mediziner in der Schweiz Epilepsie mit Laser behandelt. Am Unispital Lausanne wurde die für die Krankheit verantwortliche Hirnregion einer Patientin mit einer Lasersonde verbrannt. Die sogenannte Thermoablation sei gut verlaufen. Der Frau gehe es gut, sie sei bereits wieder zu Hause. Die Operationsmethode wurde erst kürzlich in der EU und der Schweiz zugelassen.

Dabei wird die 1,65 Millimeter große Sonde durch ein kleines Loch in die Schädeldecke eingeführt. In der Mitte des epileptischen Herdes wird die Temperatur kontrolliert erhöht, um das erkrankte Hirnareal zu zerstören.

Was ist Thermoablation bei Epilepsie?

Die thermische Ablation wurde bisher in den USA durchgeführt, sie besteht darin, die betroffenen Neuronen zu verbrennen, anstatt sie mit einer invasiven offenen Hirnoperation herauszunehmen. Die thermische Ablation wird auch als Laserinterstitielle Wärmetherapie oder LITT-Verfahren bezeichnet. LITT verwendet Lasertechnologie, um eine bestimmte Menge an Energie an eine bestimmte Gehirnregion zu liefern. Die Laserenergie wandelt sich in Wärmeenergie um, die die Gehirnzellen, die die Anfälle verursachen, zerstört.

Vorteile der alternativen Methode

Die Methode ist eine Alternative und hat Vorteile zur herkömmlichen ablativen Chirurgie: Die Lasersonde kann zielgenau eingesetzt werden. Das Vorgehen kann extrem präzise in Echtzeit per Magnetresonanz verfolgt und gesteuert werden.

"Ein weiteres Plus ist die geringere Verweildauer des Patienten im Krankenhaus, der Eingriff ist weniger invasiv", sagt Jocelyne Bloch, die Spezialistin für stereotaktische und funktionelle Neurochirurgie führte die Operation durch.

Nicht für jeden geeignet

Ob die mit Laser behandelte Patientin geheilt ist, kann man noch nicht sicher sagen. Die neue Methode ist nur für eine geringe Anzahl von Epilepsie-Kranken geeignet. Epilepsie kann man sich wie einen Neuronensturm im Gehirn mit plötzlicher Entladung von Nervenströmen vorstellen.

In der Schweiz gibt es 70.000 Epileptiker, darunter 15.000 Kinder. In den meisten Fällen kann die Krankheit mit Medikamenten behandelt werden.