Seehofer in Erklärungsnot

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Von Andrea Büring mit dpa
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Wie kann es sein, dass die deutschen Behörden erst fünf Wochen nach den ersten Veröffentlichungen vom Datenmissbrauch erfuhren?

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Im Skandal um massiven Datenklau in Deutschland fordern die Betroffenen eine lückenlose Aufklärung.

Nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will der Bundesinnenminister die Öffentlichkeit bis spätenstens Mitte der Woche informieren. Der Druck auf Horst Seehofer ist groß. Der will erst am vergangenen Freitagmorgen von den massenhaften Veröffentlichungen im Internet informiert worden sein.

Das erscheint spät, denn der Skandal begann am 1. Dezember. Von da an wurden von einem Hamburger Twitter-Konto täglich private Daten wie Handynummern, Kreditkarteninformationen und Bewerbungsschreiben von Prominenten veröffentlicht - im Stil eines Adventskalenders. --

Betroffen sind hunderte Politiker - selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Frank-Walter Steinmeier, aber auch Künstler, Musiker und Journalisten.

Brisant: Scheinbar erst am Donnerstagabend wurde der Datenklau von den Behörden entdeckt. Gleichzeitig verstrickt sich das Bundesamt für IT-Sicherheit BSI in widersprüchlichen Angaben, wann es von den gehackten Daten erfahren haben will - zuerst hieß es, dass sei Anfang Dezember gewesen.

Das verunsichert viele Menschen in Deutschland. Ob Seehofer ihnen wie angekündigt "volle Transparenz und Aufklärung" liefern kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Weitere Quellen • Der Spiegel

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