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Griechischer Minister: Oxfam-Bericht über Migranten überholt

Griechischer Minister: Oxfam-Bericht über Migranten überholt
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Die Hilfsorganisation Oxfam hat die Lebensbedingungen von Schwangeren, unbegleiteten Kindern und Überlebenden von Folter in griechischen Migrantenlagern scharf kritisiert.

Der griechische Migrationsminister Dimitris Vistas gibt zu, dass die Situation im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos weiter problematisch ist. Der Bericht, der die Realität spiegele aber nicht die Realität Anfang 2019 wider.

Dimitris Vitsas, griechischer Migrationsminister:

"Ich habe das gelesen. Es ist ein merkwürdiger Bericht. Ich meine, es ist merkwürdig, weil Oxfam noch nie in fest in Moria war. Ich habe nichts dagegen, vielleicht haben sie für den Bericht Vertreter auf die Insel geschickt. Die Leute von Oxfam haben uns in den Flüchtlingszentren in Epirus sehr geholfen und wir danken ihnen dafür. Dies ist eine Collage aus Situationen und Bildern der letzten sechs Monate. Wer den Bericht liest, versteht das."

Apostolos Staikos, Euronews:

«Wenn Oxfam wirklich eine willkürliche Collage von Bildern und Momentaufnahmen der letzten sechs Monate verbreitet hat, hat das Ministerium bei der NGO protestiert? Haben Sie ihnen gesagt, dass die Anmerkungen nicht mehr zutreffen? »

Dimitris Vitsas, griechischer Migrationsminister:

«Ich werde damit nicht anfangen, ich werde keine Diskussion mit Oxfam eröffnen und ich meine das nicht abwertend. Wie Sie wissen, habe ich nie auf die Berichte verschiedener NGOs reagiert. Einige dieser Berichte enthalten eine Menge Ungenauigkeiten. »

Oxfam hatte die griechische Regierung und andere EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, vor allem in das Camp Moria auf Lesbos mehr medizinisches und anderes Personal zu entsenden.

Hier war nach einem Temperatursturz ein 24 Jahre alter Mann aus Kamerun tot aufgefunden worden. Einem Medienbericht zufolge tragen Frauen im Camp Moria nachts Windeln, um nicht die sanitären Einrichtungen aufsuchen zu müssen.

Die griechische Regierung und die anderen EU-Staaten müssten ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht werden, forderte Oxfam.

Im sogenannten Hotspot-Lager Moria auf der Insel Lesbos lebten fast doppelt so viele Menschen wie ursprünglich vorgesehen. Besonders geschwächte Asylsuchende müssten schnellstmöglich auf das Festland gebracht werden. Außerdem dürfe Griechenland mit der Herausforderung nicht alleine gelassen werden.

Derzeit leben knapp 5.000 Flüchtlinge in Moria. Bis Ende Januar sollen dort laut Regierung nicht mehr als 4.000 Migranten sein. Im Oktober 2018 waren über 9.000 Menschen im Lager Moria gezählt ("ZEIT") worden, das eigentlich nur 2.300 Menschen aufnehmen kann.