"Zorn", der Tatort aus Dortmund, sorgt für Ärger

"Zorn", der Tatort aus Dortmund, sorgt für Ärger
Copyright
WDR/Martin Valentin Menke
Schriftgrösse Aa Aa

Der Oberbürgermeister von Dortmund, Ullrich Sierau (SPD) war eigentlich begeistert davon, dass seine Stadt im Sonntagabend-Krimi der ARD, dem "Tatort", vorkommt. Doch jetzt hat er einen wütenden Brief an den Intendanten des WDR geschrieben, denn der "Tatort: Zorn" vom vergangenen Sonntag hat ihm ganz und gar nicht gefallen. In der Folge geht es um den Mord an einem ehemaligen Bergarbeiter, um Reichsbürger und um Menschen, die in Wohnwagen leben oder sich aus Frust in einer Kneipe betrinken. Der Lokalpolitiker beklagt sich über "Ruhrpott-Klischees der 80er Jahre".

Sierau schreibt in dem Brief, der auch als Pressemitteilung veröffentlicht wurde, über "fortwährendes Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen".

Und weiter: "Das Bild, das am Sonntag über die Orte der Handlung in Dortmund und Marl sowie über die gesamte Region zu bester Sendezeit bundesweit vermittelt wurde, ist an Klischeehaftigkeit nicht mehr zu überbieten. Es ist maximal lächerlich. (...) Stecken Sie die Münchener Kommissare in Lederhosen und lassen Sie diese minutenlang Schuhplatteln - es wäre derselbe Effekt, es wäre genauso daneben. Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, in dem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen. Mehr Klischee geht nicht.“

Am liebsten wäre es dem OB jetzt, der Dortmund Tatort würde vom WDR-Intendanten Tom Buhrow eingestellt: "Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken würden.“

Die Ruhr Nachrichten verweisen darauf, dass der jüngste Tatort zumindest teilweise gar nicht in Dortmund, sondern in Duisburg gedreht wurde. Leser sprechen von "Fake".

In einer Abstimmung auf der Facebook-Seite der Ruhr Nachrichten hat der Mehrheit der Befragten der Dortmund Tatort nicht gefallen.

Auf Twitter gibt es ähnliche Kritik.

Allerdings gibt es auch die Ruhrbarone, die die Klage des Dortmunder Oberbürgermeisters einfach nur peinlich finden.

In einer Stellungnahme im Internet schreibt der WDR: "Der Tatort ist Fiktion – aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus – das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd."