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Nach den USA: Auch Russland setzt INF-Vertrag aus

Wladimir Putin in Moskau
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Sputnik/Alexei Nikolsky/Kremlin via REUTERS
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Wladimir Putin zieht nach: Einen Tag nach den USA hat auch Russland angekündigt, den INF-Abrüstungsvertrag auszusetzen. Russland werde nun auch an neuen Raketen arbeiten, so Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit seinem Außen- und Verteidigungsminister. Abrüstungsgespräche will der Kremlchef dagegen vorerst nicht mehr mit den USA suchen:

"Alle unsere Vorschläge bleiben nach wie vor auf dem Tisch, die Türen für Gespräche sind offen", sagte Putin. "Trotzdem bitte ich beide Ministerien auf russischer Seite, keine Gespräche zum Thema in die Wege zu leiten. Warten wir, bis unsere Partner die Reife haben, um einen gleichwertigen und sinnvollen Dialog mit uns zu führen."

Die USA hatten am Freitag ihren Rückzug aus dem Abrüstungsvertrag angekündigt. Präsident Donald Trump wirft Russland vor, das Abkommen nicht eingehalten zu haben.

"Der Grund ist erstens, dass neue Staaten dazu kommen müssen, es ist ein altes Abkommen", so Trump. "Vor allem aber hat sich eine Seite nicht daran gehalten - wir schon. Deswegen: Wenn sie sich nicht daran hält, dann sollten wir nicht die einzigen sein. Ich hoffe, dass wir alle in einem sehr großen und schönen Raum versammeln können und einen neuen Vertrag abschließen, der viel besser ist. Das würde ich gerne sehen."

Die Amerikaner und die Nato werfen Russland schon seit langem vor, mit ihren Raketen gegen die Vorgaben des Vertrags zu verstoßen. Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück und bezichtigt ihrerseits die USA, das Abkommen zu verletzen. Der INF-Vetrag verbietet Raketen und Marschflugkörper mit mittlerer Reichweite - und untersagt auch die Produktion und Tests solcher Systeme. Die USA und die damalige Sowjetunion hatten das Abkommen 1987 unterzeichnet.