Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.

Eilmeldung

Eilmeldung

Brand in Notre-Dame: "Musste an Angriff auf World Trade Center denken"

Brand in Notre-Dame: "Musste an Angriff auf World Trade Center denken"
Schriftgrösse Aa Aa

Wie viele Pariser steht Roberto Pintado noch unter Schock. Die Feuersbrunst, die Notre-Dame verwüstete erlebte er direkt vor seinem Wohnzimmerfenster.

"Ich sah, wie die Flammen über Notre-Dame aufstiegen. Das war sehr beeindruckend. Dann bin ich nach draußen zu den anderen gegangen, um zu sehen, wie groß der Schaden ist."

Während Roberto - und Menschen auf der ganzen Welt - entsetzt zusehen mussten, wie eines der bedeutendsten Monumente Frankreichs abbrannte, kämpften fast 500 Feuerwehrleute mit den Flammen. Erst am frühen Dienstagmorgen gelang es, den Brand zu löschen.

"Es ist so schade um diese Kirche, die gerade erst renoviert werden sollte, um noch schöner zu werden, und nun ist sie zerstört."
Roberto Pintado
Anwohner

Nichts wird mehr sein wie vorher. Auch Guillaume Nani wohnt nahe der Kathedrale, auf der anderen Straßenseite, und erlebte hautnah, wie das Feuer am Montagabend ausbrach.

Erinnerung an den 11. September

Die halbe Nacht tatenlos zusehen zu müssen, war für ihn das Schlimmste. Und weckte Erinnerungen an ein anderes dramatisches Erlebnis.

Guillaume Nani: "Ich musste an etwas denken, das geschah, als ich 10 war und nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt schockierte, der Angriff auf das World Trade Center. Zu sehen, wie dieses Monument brannte und vor allem die Turmspitze zusammenbrach, löste bei mir dasselbe Gefühl aus wie beim Einsturz der der Zwillingstürme."

Vor den Wohnungen von Roberto und Guillaume versammelten sich den ganzen Tag lang Hunderte von Menschen, um sich selbst ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen. Aber auch, um die außergewöhnliche Tatsache zu feiern, dass Notre-Dame immer noch steht.

Es ist ein Wunder

"Es ist ein Wunder", sagt eine ältere Dame. "Wir haben uns gesagt, sie hat die Jahrhunderte überdauert, eine Vielzahl von Angriffen überstanden - aber sie steht immer noch aufrecht. Das muss ein Zeichen sein in dieser Karwoche", fügt ihre Begleiterin hinzu. Eine dritte Frau wischt schweigend eine Träne weg.

Das Verspechen des französischen Präsidenten, Notre-Dame wieder aufzubauen, spendet vielen Pariser Bürgern etwas Trost. Sie erwarten aber auch eine Antwort auf die Frage, wie es überhaupt zu der Tragödie kommen konnte.

Noch sind die Emotionen frisch. Die Bilder von einem der wichtigsten Symbole Frankreichs, das in Flammen aufgeht, werden unauslöschlich in der Erinnerung der Menschen in der Stadt Paris bleiben.