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#EUroadtrip: Die ungarische Minderheit in Rumänien

#EUroadtrip: Die ungarische Minderheit in Rumänien
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euronews reist derzeit durch Rumänien, erkundet Land und Leute und lässt die Bevölkerung zu Wort kommen. Damon Embling und Gabor Tanács beschäftigen sich in dieser Ausgabe unserer Rundreise im Vorfeld der Europawahl mit der ungarischen Minderheit in Rumänien, die rund sieben Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht.

„Wir fahren von Brasov in Siebenbürgen in das Szeklerland", so Damon Embling. „Gabor, Du kommst aus Ungarn. Diese Gegend fühlt sich für Dich wohl eher nach Ungarn als nach Rumänien an.“

Gabor Tanács: „Das sind zwar zwei Länder, aber es gibt Gebiete in Rumänien, in denen Ungarn in der Mehrheit sind.“

„Es stimmt doch, dass es dort Eigenständigkeitsbestrebungen gibt?“, fragt Embling.

Tanács: „Ja, die Menschen dort hätten gerne eine Art regionale, wirtschaftliche oder kulturelle Autonomie. Aber das ist nicht sehr realistisch, denn die rumänischen Parteien unterstützen das nicht.“

Die euronews-Reporter haben drei Fußballer besucht. Sie gehören zur ungarischstämmigen Bevölkerung in Rumänien. Sie spielen für eine Mannschaft in der Stadt, die auf rumänisch Miercurea Ciuc, auf ungarisch Csíkszereda und auf deutsch Szeklerburg heißt.

Zoltán Dusinszki, der Leiter der hiesigen Fußballschule - ein Ableger der Puskas-Akademie, benannt nach dem 2006 verstorbenen ungarischen Fußballhelden - sagt: „Mehr als 50 Kinder spielen bei uns. Die Fußballschule bereichert die Gesellschaft in Csíkszereda und in ganz Siebenbürgen sehr.“

Der Fußballer Barna Bajkó erklärt: „Ich habe ungarische Freunde, die in rumänischen Gebieten wohnen, aber auch rumänische Bekannte, Nachbarn und Schulfreunde, mit denen ich aufgewachsen bin. Um ehrlich zu sein, gibt es Menschen, die zwischen den Volksgruppen unterscheiden. Für mich ist das kein Problem, ich bin damit groß geworden.“

Sein Mannschaftskollege Attila Csürös meint: „Die Lage ist für die Ungarn ein bisschen schwieriger, weil sie in Rumänien insgesamt eine Minderheit bilden. Alle rumänischen Mannschaften wollen besser als die ungarischen sein, sie wollen bessere Ergebnisse erzielen.“

„Sie verstehen nicht, was Autonomie ist“

Vom Fußballplatz in die Innenstadt von Miercurea Ciuc, beziehungsweise Csíkszereda, beziehungsweise Szeklerburg. 80 Prozent der Bevölkerung ist hier ungarisch.

„Es wäre am besten, wenn wir über unser eigenes Schicksal entscheiden könnten", sagt ein Mitglied der ungarischen Gemeinde. "Es wäre besser, wenn wir unsere Probleme hier selbst lösen könnten, wenn wir nicht warten müssten, bis sich Bukarest oder Budapest für etwas entschieden haben.“

Ein rumänischer Bewohner der Stadt sagt: „Wenn dies ein Autonomiegebiet wäre, glaube ich, dass einige Ungarn die Rumänen fragen würden, was sie hier denn noch zu suchen haben. Sie könnten sagen: Dieses Gebiet gehört den Ungarn und Du sprichst die Sprache nicht.“

„Es ist nicht ganz klar - das gilt besonders für die Rumänen - was wir eigentlich wollen. Niemand hat den Menschen erklärt, dass es nicht um Spaltung geht. Sie verstehen nicht, was Autonomie ist“, so diese ungarischstämmige Einwohnerin.

„Wenn man den Ungarn und Rumänen hier zuhört, habe ich den Eindruck, als kämen sie gut miteinander aus“, lautet Damon Emblings Einschätzung.

Gabor Tanács: „Mich hat das große Verlangen der ungarischen Bevölkerung nach wirtschaftlicher Eigenständigkeit erstaunt. Die Menschen aus beiden Gemeinden sagen, die Politiker förderten die Spaltung.“

„Als Nächstes fahren wir in die Stadt Cluj, etwas weiter nördlich. Unsere Europarundreise geht weiter, kommen Sie mit uns“, so Embling.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie von Euronews. Die anderen Geschichten finden Sie in unserer Übersicht:

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