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Gnawa-Festival feiert jahrhundertealte Musiktradition

Gnawa-Festival feiert jahrhundertealte Musiktradition
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Rund 500.000 Besucher haben in Marokko die 22. Ausgabe des internationalen Gnawa-Festivals besucht. Musiker aus der ganzen Welt feierten in Essaouira mit Gnawa-Künstlern die jahrhundetealte Musiktradition.

Rituelle Trance-Klänge

Ein Höhepunkt war der Auftritt der britisch-indischen Musikerin Susheela Raman - sie orientiert sich an den geistlichen Musiktraditionen Indiens und Pakistans. Beim Festival spielte sie mit Maâlem Hamid El Kasri, einem der Gnawa-Meister aus Marokko.

Die 45-jährige Singer-Songwriterin lebt in London und hat ein feines Gespür für rituelle Trance-Klänge:

"Ich mag interkulturelle Zusammenarbeit, deshalb ist es sehr aufregend für mich, hier in Marokko zu sein. Mich fasziniert rituelle Musik - in Trance zu sein beeinflusst die Art und Weise, wie ich englische Texte schreibe. Trance-artige Zustände sind also ein sehr wichtiger Teil der Musik."

Zu den internationalen Stars gehörten "Tinariwen" , eine mit einem Grammy ausgezeichnete Gruppe von Tuareg-Musikern aus der Sahara-Wüstenregion im Norden Malis. Ihre Musik gilt als Sprachrohr der Tuareg-Rebellion, die für die Unabhängigkeit der nördlichen Region Mali kämpft.

"Wir überbringen die Botschaft der Tuareg aus der Sahara-Wüste", so Abdallah Ag Alhousseyni, Mitgründer von "Tinariwen, "der Kern unserer Musik ist es, die Menschen auf der ganzen Welt über die Tuareg und ihre Probleme zu informieren."

"Tinariwen" spielte mit Maâlem Mustapha Baqbou, der bereits mit internationalen Stars wie Marcus Miller, Pat Metheny und Santana auftrat.

Gnawa-Kultur ist international bekannt

Der Maâlem Mustapha Baqbou sagt: "Die Gnawa-Kultur stand lange im Schatten - heute ist sie international bekannt. Hoffentlich trägt die junge Generation die Fackel weiter und legt die Latte höher, damit sich diese Kultur weiterentwickelt."

Eine der marokkanischen Entdeckungen des Festivals war Nabyla Maan aus Fès - ihre Musik ist beeinflusst von traditioneller marokkanischer Musik, französischen Chansons und Jazz. Mit 19 Jahren war sie jüngste afrikanische Sängerin, die bei den Olympischen Spielen in Paris auftrat. Ihr Album "Dalalu Al-Andalus" aus dem Jahr 2017 gewann zwei Preise bei den Marocco Music Awards.

Gnawa - Ursprung des Rocks

"Betweenatna" aus Casablanca rockte die Bühne: "Unsere Verbindung mit der Gnawa-Musik ist der marokkanische Ursprung und vielleicht das Thema der Trance, denn auch in der Rockmusik gibt es Trance", meint der Musiker und Mitbegründer Mohammed Laabidi . "Wir nehmen uns nicht ernst, wir versuchen, Spaß zu haben und ihn mit dem Publikum zu teilen."

Ein Musikprojekt von Freunden aus der aufstrebenden Musikszene Casablancas, das Ende der Neunziger Jahre beim Boulevard Festival entstand.

Moh! Kouyaté aus Guinea spielte am Eröffnungsabend mit Maâlem Omar Hayat.

Das Festival ist eine Erfolgsgeschichte - die einst marginalisierten Gnaoua-Musiker stehen heute im internationalen Rampenlicht. Der Besuch von Hunderttausenden von Musikliebhabern hat enorme wirtschaftliche Auswirkungen auf die Stadt.